Wie viel Auto die Stadt verträgt

Markus Kaiser über den Verkehr in Eisenstadt – ja, wieder einmal.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 16. September 2021 | 03:59

Auf den Eisenstädter Straßen treffen zwei immer unterschiedlicher werdende Kulturen zusammen. Da hätten wir einerseits das gute (?), alte dörfliche Ideal, dass man mit dem Auto bis direkt vor die Haustür, vors Wirtshaus oder vor die Greißlerei fahren können muss. Diese Sicht auf die Mobilität passt ganz und gar nicht zu der immer städtischer werdenden Notwendigkeit in der Landeshauptstadt: Hier sollte man das Auto stehen lassen, Wege mit Rad, zu Fuß oder mit dem Stadtbus erledigen. Wenn alle 16.000 Eisenstädter und alle 14 bis 18.000 Einpendler mit dem Auto in der Früh ihr Ziel erreichen wollen – dann kommt keiner ans Ziel, jedenfalls nicht vor der Mittagspause.

Hier ist die Politik gefragt. Diese hat drei Möglichkeiten: Sie kann aufklären, Anreize setzen, oder – wenn beides nicht fruchtet – mehr oder weniger dezente Zwangsmaßnahmen wie Einfahrverbote erlassen.

Noch sind wir zwischen Phase eins und zwei. Wir klären auf (etwa mit der „Geht doch!“-Fußgeher-Offensive) und setzen Anreize (günstige Tagesparkplätze und Stadtbus-Tickets). Wenn aber nicht mehr Menschen diese Angebote annehmen und die Stadt so weiter wächst, geht es wohl bald nicht mehr ohne Fahrverbote.