Wohin noch wachsen?

Über das Jahr der Abrissbirne.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 24. Dezember 2020 | 03:58

Corona verdeckt ein Problem, mit dem unsere Gemeinden in den letzten Jahrzehnten zu kämpfen hatten: der unkontrollierte Zuzug. Aus diesem folgt eine Bauwahnsinns-Krise, kein typisch pannonischer Streckhof war 2020 mehr vor der Abrissbirne sicher, kein Schachtelbau schirch genug, als dass er nicht mittlerweile schon Dorfkerne verschandeln dürfte.

Die Corona-Krise verstärkt diese Entwicklung noch, die Wiener haben im Lockdown unsere Natur schätzen gelernt, unsere ohnehin schon verrückt hoch gewordenen Grundstückpreise sind für sie immer noch Schnäppchen.

Leider fiel – angeblich aus rechtlichen Gründen – der wichtigste Teil aus der Raumplanungsnovelle des Landes: das Vorkaufsrecht für Gemeindebürger.

Neben den Preisen hat der unkontrollierte Zuzug noch andere negative Folgen: Kindergärten, Schulen, Kanäle und Straßen müssen ausgebaut werden, das Dorfleben profitiert dennoch nicht.

Baustopps wie in Eisenstadt oder zumindest ein Entwicklungskonzept wie nun in Wimpassing sind ein wichtiger Schritt um aus dem unkontrollierten einen sinnvollen Zuzug zu machen.