Eine Tortur oder Würze mit Kürze. Martin Plattensteiner über Sinn und Unsinn einer ewig-langen Vorbereitung.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 10. Januar 2018 (02:21)

Eine Vorbereitung kann leicht zur Knochenmühle und für unsere Amateurkicker oft zur richtigen Tortur mutieren. So mancher Trainer in den unteren Ligen und Klassen geht immer noch davon aus: Kann man die schwersten Hanteln stemmen und strotzt man nur so vor Kraft und Athletik (modern ist zurzeit das Stakkato-Trampolin-Hüpfen), würden die Kicker ab Saisonstart schneller laufen als ein Duracell-Hase trommeln kann. Quasi nach dem Motto „Wenn schon nicht auf Spitzenniveau kicken, kann man wenigstens ordentlich laufen“ geht es mit der „Quälix“-Magath-Methode ran.

Es gibt auch andere Szenarien. Der aktuelle 2. Liga Nord-Leader Deutsch Jahrndorf beginnt erst wieder ab Februar mit dem Training – nicht zuletzt deshalb, weil erst ab dann die Spieler auch wieder finanziell entschädigt werden. Andere galoppieren da schon einige Wochen lang nach Pfeiferln und erhalten Laufdiagramme per WhatsApp. Liegt da etwa die Würze in der Kürze?

Fakt ist: Die Spieler müssen stets bei (körperlichem) Schwung, aber auch bei Laune gehalten werden. Ob und wie das klappt, hängt nicht zwingend von der Vorbereitungslänge ab. Viel mehr ist der Erfolg eine gesunde Mischung aus Spiel, Spaß, Fitness, Logistik und Hausverstand. Das Resultat sieht man dann am Rasen.