Gute Gelegenheit für die Rote Karte. Über die Söldner-Mentalität einiger Kicker im Unterhaus.

Von Thomas Steiger. Erstellt am 03. Juli 2019 (02:33)

Mit den Wechselspielchen in der Transferperiode beginnt auch die Zeit, in der Vereine wieder ins umgangssprachliche „Gspoate“ greifen müssen, um Verstärkungen an Land zu holen – entscheidend ist dabei immer nur das „Wie“. Denn im Unterhaus planen viele Vereine oft nur für den schnellen Erfolg, der muss sich einstellen, um jeden Preis. Und wer ist nun Schuld am allgemeinen Dilemma? Die Spieler, die sich teilweise völlig überschätzen und mit den skurrilsten Gehaltsforderungen anrücken? Oder die Vereine, die Söldner-Mentalitäten durch Zustimmung absegnen? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Tatsache ist, dass Schlagworte wie Nachhaltigkeit und Langfristigkeit gerade für die Vereine von heute wichtiger denn je sind. Sponsoren, Mäzene oder Gönner stehen schon lange nicht mehr Schlange, um gar in überteuerte Legionäre zu investieren. Das Risiko für Schiffbruch wird daher immer größer. Dafür haben Konzepte für Nachwuchs- und Talenteförderung immer mehr Charme. Weil wieder mehr Klubs tatsächlich darauf reflektieren und erkannt haben, dass die eigene Zukunft nur so gesichert werden kann. Die Zeichen der heutigen Zeit sind also auch eine gute Gelegenheit, um im Kollektiv manchen finanziellen Transfergewohnheiten langfristig die Rote Karte zeigen zu können.