Steiler Aufstieg eines Flachländers. Über den Rad-Boom und das Glück mit einem „Zuagroasten“.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 24. Juni 2021 (02:13)

Es mutet vielleicht etwas seltsam an, wenn jemand aus Eisenstadt – Seehöhe: 182 Meter – in den französischen Alpen ums Bergtrikot mitkämpfen will. Aber wieso sollte das Burgenland nicht auf bis zu 2.802 Metern bei der Tour de France jubeln, wenn das flachste Bundesland mit Julia Dujmovits 2014 auch eine Snowboard-Olympiasiegerin hervorgebracht hat?

Patrick Konrad, er lebt seit drei Jahren in Eisenstadt, hat sich für die Tour de France viel vorgenommen. Neben dem rot-gepunkteten Bergtrikot beim 1903 ins Leben gerufenen Rad-Klassiker hat sich der 29-Jährige auch noch einen Etappensieg als Ziel gesetzt, „wenn es wirklich gut läuft.“ Ob es nun für den großen Erfolg reicht oder nicht – Konrad bringt mit, was an der Spitze dringend nötig ist: den Siegeswillen. Im Radfahr-Mekka Burgenland, von dem auch der überall auf der Welt aktive Konrad schwärmt, dominieren gemütliche Rundfahrer und mittlerweile E-Bike-Touristen. Was dagegen seit bereits geraumer Zeit fehlt, ist ein Profi-Aushängeschild mit Potenzial für die Spitze. Eine gute Infrastruktur lädt zweifellos zum Radfahren ein. Zu Bestleistungen spornen dagegen nur Konkurrenz und sportliche Vorbilder an. Bleibt zu hoffen, dass das österreichische Rad-Ass Konrad den rot-goldenen Radsport auch im Ansatz mitziehen kann wie seine Teamkollegen, wenn er die Führungsrolle übernimmt.