Große Pläne für das Ruster Seebad

Erstellt am 25. Februar 2022 | 15:11
Lesezeit: 4 Min
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Modernisierung. Die Bereiche für Schwimmer und Schiffahrt sollen künftig getrennt werden, das Badeareal wird verlegt.
Foto: Esterhazy
Das Siegerprojekt will das Areal von Grund auf umstrukturieren. Details noch offen.
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Das Siegerprojekt ist gekürt, die Planung läuft auf Hochtouren: In den nächsten Jahren soll das Seebad in Rust modernisiert und umstrukturiert werden, erklärten die Eigentümer im Vorjahr. Die Esterhazy Stiftung und die Freistadt Rust teilen sich das Gelände und gehen auch bei der Aufwertung des Seebades partnerschaftlich vor. Das Siegerprojekt beim Architketurwettbewerb steht bereits fest, Platz eins holte sich das „Studio blaugrün“.

Ob das Projekt auch bis ins Detail so umgesetzt wird, wie im Siegerprojekt umrissen, sei allerdings noch offen. „Wir sind laufend im Kontakt mit der Esterhazy Stiftung. Demnächst sind die Preisträger zu einem weiteren Gespräch geladen. Dabei wollen wir gemeinsam mit ihnen die Möglichkeiten durchgehen und genauer abklären“, erklärt Bürgermeister Gerold Stagl gegenüber der BVZ. Vom Landschaftsarchitektur-Unternehmen sei man jedenfalls begeistert und könne sich vorstellen „gemeinsam mit ihnen das Projekt fertig zu planen.“ Viel sei jedoch noch im Konjunktiv gehalten, bis man vom Entwurf zu einem echten Planungskonzept gelange. „Da gibt es noch einige Punkte zu klären.“

Ähnlich äußert sich die Esterhazy Stiftung: „Das ist eine Ideensammlung, konkrete Baupläne werden sich davon unterscheiden.“ Der Jury habe dieser Entwurf am besten gefallen, weil er ein gesamtheitliches Verkehrskonzept sowie die Trennung von Schwimm- und Bootverkehr beinhalte. Bis zum Projektstart in fünf bis acht Jahren hofft man, „dass die Wasserfrage im See geklärt ist.“

„Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein“

Finanziell sind Seebäder für Gemeinden oft ein Risiko, selten werfen sie konstant Gewinne ab. „Die Anlegeplätze sind unsere ,Cash-Cow’, das Bad selbst ist defizitär“, erklärte Bürgermeister Stagl vor Kurzem. Künftig sollen die Einnahmen jedenfalls passen. „Man kann nicht nur investieren, man muss schon auch Erträge lukrieren und die Ausgabe mittelfristig wieder hereinbekommen“, mahnt Stagl. Wenn man bei der Konzeptionierung weit genug fortgeschritten ist, damit alles „Hand und Fuß hat“, werde ein Konzept für die Modernisierung dem Gemeinderat im Detail vorgestellt.

Der Entwurf, mit dem das Büro die Ausschreibung gewonnen hat, lässt dabei kaum einen Stein auf dem anderen. Der Strandbereich wird quasi „umgedreht“. Auf der Nordseite der Halbinsel, wo bisher der Strand lag, soll ein Kinderspielplatz entstehen sowie der Bootsverleih angesiedelt werden. Statt der bisherigen Bootsanlegeplätze am Südufer des Seebadareals soll dort nun ein „familienfreundlicher Badebereich“ entstehen. Wo die knapp 300 Boote, deren Anlegeplätze für die Verlegung weichen müssen, künftig unterkommen sollen, geht aus dem Konzept nicht hervor.

Als ein Kernstück des Siegerprojektes ist zudem ein kilometerlanger Steg durch den Schilfgürtel geplant, der vom Stadthafen bis zur geplanten „Sunset-Bar“ am Ostende des Seebadareals führen soll. Das Restaurant im Stadthafen, das als Ausgangspunkt dienen sollte, ist bereits am Widerstand der Bürgerinitiative gescheitert.

Entgegen dem Trend will man in Rust künftig einen „visionären“ Weg gehen: Während österreichweit Seezugänge verbaut und für zahlende Kunden vorbehalten werden, „wird „das Freibad über Parkraumbewirtschaftung sowie Pachteinnahmen finanziert und steht jedem Gast im Sinne einer frei nutzbaren Parkanlage offen.“

Gratis Eintritt und neues Mobilitätskonzept?

Was wiederum Fragen bezüglich des Verkehrs aufwirft. Zwar sind Anreize für Radfahrer und Fußgänger geplant, geplant ist aber auch ein Leitsystem für Parkplätze „in ganz Rust“. Bei Spitzenauslastung soll zudem ein Shuttledienst eingeführt werden. Hierzu werden aber wohl noch Verkehrszählungen und Konzepte notwendig sein.

Ob das Projekt tatsächlich so umgesetzt wird, ist freilich noch offen. „Die Attraktivierung berücksichtigt alle natur- und landwirtschaftlichen Vorgaben, die in diesem sensiblen Naturraum gelten“, verspricht jedenfalls Jürgen Narath, Leiter der Esterhazy-Immobilien.

Siegerprojekt online im Detail einsehbar

Es gibt bereits öffentlich einsehbare Renderings und Pläne für das Seebad, des siegreichen Büros „studio blaugruen“, das die öffentliche Ausschreibung gewonnen hat. Allerdings möchte das oberösterreichische Landschaftsarchitekturbüro die Bilder ohne Angabe von Gründen nicht für Medienberichterstattung freigeben. Alle Interessenten können sich dennoch einen kleinen Vorgeschmack auf die Modernisierung online holen. Auf der Homepage www.architekturwettbewerb.at sind die Unterlagen des siegreichen Büros einsehbar, inklusive computergenerierter Ansichten des Hafengeländes, wie es nach den Umbauarbeiten aussehen könnte.

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