„Frag die BVZ“: Wer kennt noch Schwester Ettl?. Schwester Elfriede Ettl war Kunstpädagogin und eine bekannte Eisenstädter Malerin. Eine Historikerin sucht nun ihre Bilder.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:36)

Bischof, NÖP

Wer nach einer Malerin sucht, die mit dem Kunst-Ehrenkreuz der Republik und dem international geachteten Kokoschka-Preis ausgezeichnet wurde, hätte wohl kaum in einem Eisenstädter Kloster nachgesehen.

Die Kunsthistorikerin Lucia Reisner tat aber genau das: Sie schreibt ihre Masterarbeit über die Malerin, Schwester Elfriede Ettl ( 2003). Da vieles über Ettl noch unbekannt ist, wandte Reisner sich mit einer Frage an die BVZ-Leser: Wer hat Bilder oder andere künstlerische Dokumente von Schwester Elfriede?

Bgld. Landesarchiv-BF

Schwester Elfriede Ettl wurde am 28. Februar 1914 in Frauenkirchen geboren und starb am 20. November 2003 in Eisenstadt. Sie trat gleich nach ihrer Schulzeit in die Kongregation der Töchter vom Göttlichen Erlöser ein und war zunächst Lehrerin im Theresianum Eisenstadt. Bald darauf annektierten die Nazis das Burgenland und schlossen Ordensschulen wie das Theresianum. Sie untersagten auch Schwester Elfriedes Herzenswunsch: ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

Durch eine glückliche Wendung konnte sie aber in Budapest Kunst studieren. Das ermöglichte ihr nach Kriegsende als Kunstpädagogin am wiedereröffneten Theresianum in Eisenstadt erneut zu unterrichten. Drei Jahrzehnte, bis 1974, brachte sie den Schülerinnen dort die Malerei näher und auch sie selbst bildete sich ständig weiter. In Oskar Kokoschkas Sommerakademie begeisterte sie das Kunst-Genie so sehr, dass er sogar einige ihrer Bilder mit seinen Initialen versah.

Hilfe bei Erforschung ihres Werks gesucht

Ettl ist in ihren Werken immer dem Burgenland treu geblieben, ihre Aquarelle wie fotorealistischen Bilder stellen die Schönheit des Landes und das Leben seiner Einwohner dar.

Kunsthistorikern Lucia Reisner erforscht die Malerei Schwester Elfriedes und bittet die BVZ-Leser um Hilfe.  Foto: privat
privat

Die Kunsthistorikerin Lucia Reisner ist nun auf der Suche nach diesen Bildern. Sie will möglichst viele davon abfotografieren und der Nachwelt zugänglich machen.

„Meine Großmutter war selbst Ettl-Schülerin, meine Eltern haben auch Bilder von ihr zu Hause“, erzählt sie der BVZ. Die junge Eisenstädterin hofft nun, dass ihr die BVZ-Leser bei der Suche nach Werken der großen Pädagogin und Malerin helfen können.