Bezirk Eisenstadt: Unfall nach Einbruch. Ein Einbrecher aus Bosnien-Herzegowina wurde zu 27 Monaten Haft verurteilt, seine Komplizin erhielt zwei Monate bedingte Freiheitsstrafe.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:37)
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Symbolbild
Werner Müllner

Wegen zweier Einbruchsdiebstähle wurde vorige Woche ein 34-jähriger Mann aus Bosnien-Herzegowina zu 27 Monaten Haft verurteilt. Er soll von einer 23-jährigen Landsfrau nach Österreich eingeladen worden sein und zwar unter dem Vorwand, er solle in einer Diskothek arbeiten.

Daraus sei aber nichts geworden, so der Angeklagte. Er habe mit einem Freund bei der 23-Jährigen gewohnt, wo das genau gewesen sei, wisse er nicht. In dem Haus, das sich möglicherweise im Bezirk Wiener Neustadt befindet, seien Drogen konsumiert worden.

Als Mittäterin Angeklagte: „Bekam Nervenzusammenbruch“

Später sei er mit dem Komplizen in die Wiener Wohnung einer Freundin der 23-Jährigen übersiedelt. Er habe auch das Auto dieser 27-jährigen Bekannten benützen dürfen. Gemeinsam mit dem Komplizen habe er zwei Einbruchsdiebstähle begangen: Am 23. Jänner 2019 stiegen die beiden in ein Einfamilienhaus in Pöttsching ein und stahlen Bargeld, Herrenschuhe und Schmuck im Wert von 1.849 Euro. Das Diebsgut habe er an Drogendealer weitergegeben, so der Angeklagte. Er habe dafür 200 Euro und Heroin bekommen.

Am nächsten Tag suchten die Männer ein weiteres Einfamilienhaus in Mattersburg heim und stahlen Schmuck im Wert von 5.540 Euro. Auf der Flucht verursachten die Männer in Mattersburg einen Verkehrsunfall. Das Auto der 27-jährigen Wienerin war ein Totalschaden.

„Ich bekam einen Nervenzusammenbruch“, berichtete die 27-Jährige, die als mutmaßliche Mittäterin angeklagt worden war, ebenso wie ihre 23-jährige Freundin. Von den Einbruchsdiebstählen habe sie nichts gewusst, beteuerte die 27-Jährige.

Das Diebsgut vom Einbruchsdiebstahl am 24. Jänner 2019 wurde im Auto gefunden und konnte an die Besitzer ausgehändigt werden. Das bestohlene Pöttschinger Ehepaar trauert hingegen immer noch um den Verlust liebgewonnener Erinnerungsstücke. „Er hat ein Drogenproblem und ist keine vertrauenswürdige Person“, sagte die 23-Jährige über ihren Landsmann aus. Sie behauptete, den Mann in einem „Balkan-Club“ in Wien kennengelernt zu haben.Staatsanwältin Verena Strnad beurteilte diese Angaben als „völlig unglaubwürdig“. Sie gehe davon aus, dass die 23-Jährige wusste, warum ihr Landsmann und sein Komplize in Österreich waren. Die 27-Jährige wurde vom Vorwurf der Mittäterschaft freigesprochen, die 23-Jährige zu zwei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der vorbestrafte Haupttäter muss 27 Monate Haft verbüßen.