Polit-Diskussion um Rosental-Bauprojekt in Eisenstadt. „La Vie En Rose“ Zwischen NMS und Freibad werden 42 Wohnungen gebaut, derzeit laufen Bauverhandlungen – und Politdiskussionen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:42)
„La Vie En Rose“. Hier entstehen 42 Wohneinheiten, die Stadt verkaufte den Grund um 1,2 Millionen Euro.
Google, vi-engineers, zVg

Derzeit laufen die Bauverhandlungen zwischen Gemeinde und der Immobilienfirma VI-Engineers. Die Immobilienfirma hatte mit Gemeinderatsbeschluss vom 2. Juli 2018 ein 4.000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen NMS Rosental und Freibad um 1,2 Millionen Euro erworben. Baustart ist nach BVZ-Informationen noch heuer geplant. Bis 2022 sollen hier 42 Eigentumswohnungen mit je zwei bis vier Zimmern und 53 bis 91 Quadratmetern Wohnfläche entstehen.

Polit-Hickhack zwischen FPÖ und ÖVP

Das Bauvorhaben ruft die Kritiker von einst auf den Plan, die FPÖ und die Grünen hatten 2018 dagegen gestimmt. FPÖ-Stadtparteiobmann Thomas Schnöller spricht von „Bauwahnsinn“ und „Verscherbeln von Familiensilber“. „Die Opportunitätskosten einer dreigeschoßigen Wohnanlage hinsichtlich der Lebensqualität in der näheren Umgebung sind gewaltig“, so Schnöller. Er fordert abschließend ein Verkehrskonzept für die Sicherheit der Schüler der NMS und PTS.

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Für die ÖVP ist das politisches Ablenkungsmanöver, für Klubobmann Michael Bieber sei Schnöller „völlig von der sachpolitischen Rolle. Ibiza-Skandal, Spesenskandale in der FPÖ und blaue Machtkämpfe um die Führung der Partei dürften Gründe dafür sein.“ Schnöller sei „ein lupenreiner Verschwörungstheoretiker“: „Das Grundstück wurde vollkommen transparent und öffentlich in der Gemeinderatssitzung am 2. Juli 2018 verkauft. Für die Errichtung des geplanten Wohnbaus läuft derzeit das Bauverfahren, das ebenfalls transparent und gesetzeskonform durchgeführt wird. Natürlich gibt es ein Verkehrskonzept, das auch die Schülerinnen und Schüler berücksicht.“

Anja Haider-Wallner hatte gegen den Verkauf des Grundstücks gestimmt, weil es „eines der wenigen wertvollen Grundstücke im Eigentum der Stadt war und noch dazu in so besonderer Lage“, erklärt sie auf BVZ-Nachfrage. „Wir waren auch im Gespräch mit Anrainern, denen der Erhalt der alten Bäume wichtig war, die den Hang ja auch im Fall starker Regenfälle schützen. Da wurde von Baudirektor Werner Fleischhacker zugesichert, dass diese erhalten bleiben“, so Haider-Wallner.