Prozess um Schreckschuss ins Gesicht vertagt. Eine Begegnung zweier ohnedies bereits zerstrittener 19-Jähriger ist im Oktober in Eisenstadt eskaliert. Am Mittwoch fand dazu der Prozess statt, er wurde vertagt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Januar 2018 (12:54)
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Das Justizzentrum Eisenstadt.
Werner Müllner

Einer der beiden soll dabei den anderen gegen dessen Auto gedrückt und ihm mit einer Schreckschusspistole ins Gesicht geschossen haben. Der wegen schwerer Körperverletzung Angeklagte beteuerte am Dienstag vor Gericht, der Schuss habe sich gelöst. Der Prozess wurde vertagt.

Eine Freundin habe beim Beschuldigten übernachten wollen, es sich dann aber anders überlegt und den anderen 19-Jährigen angerufen, um sich abholen zu lassen, schilderte Staatsanwalt Anton Paukner. Beim Wagen sei es zu dem Zwischenfall gekommen, wobei der Beschuldigte mit der "sehr echt aussehenden" Waffe das Opfer "in Todesangst versetzt" habe. Der Burgenländer soll den 19-Jährigen mit einer Hand am Hals gepackt, ihm mit der anderen die Waffe angehalten und damit auch noch einen Schlag gegen den Hals versetzt haben.

Sein Mandant habe die Schreckschusspistole nur bei sich gehabt, damit er - falls er provoziert werde und es zu einer Konfrontation komme - diese beenden könne, sagte Verteidiger Peter Rezar. Zum Schlag gegen den Hals sei er geständig. "Er wollte zu keinem Zeitpunkt einen Schuss abgeben." Dieser sei auch nicht "direkt ins Gesicht", sondern seitlich davon erfolgt.

Er habe mit ihm reden wollen und gewollt, "dass er sich aus meinem Leben verzieht", begründete der Beschuldigte, warum er auf die Straße gegangen sei, als der Gleichaltrige kam, um die Freundin abzuholen. Die Waffe habe er nur "als Rückversicherung" dabei gehabt. "Ich habe ihn am Hals gehabt, ja, aber ich habe nicht ins Gesicht gezielt", sagte er.

Die Bekannte, die noch versucht hatte, zwischen die beiden zu gehen, bestätigte großteils den in der Anklage beschriebenen Tathergang. Das Opfer hingegen bestritt, vor der Polizei ausgesagt zu haben, dass es Todesangst gelitten habe. Er habe den Knall gehört, einen Schlag bekommen "und dann bin ich zusammengesunken". Er hätte auch keine Anzeige erstattet, aber die Polizei habe ihn dreimal angerufen und dann abgeholt.

Richterin Gabriele Nemeskeri hielt dem Beschuldigten drei Vorstrafen vor: "Sie können sich's halt nicht leisten, dass sie da mit einer Waffe herumrennen und jemanden bedrohen. Das geht nicht, irgendwann ist Schluss mit lustig." Um zu klären, ob ein medizinisches Gutachten Aufschluss darüber bringen könne, wie nahe am Gesicht der Schuss abgefeuert wurde, vertagte sie die Verhandlung.