„Wutbrief“ zeigte in Oslip Wirkung. Entgegen dem Bezirkstrend kann die ÖVP in Oslip nur gering zulegen (plus 0,5 auf 36 Prozent). Ein Grund dafür könnte Bürgermeister Stefan Bubichs „Wutbrief“ gewesen sein.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:03)
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„Wutbrief“. Deutliche und nicht-zitierfähige Worte  fand Oslips Bürgermeister Stefan Bubich Das nutzte die SPÖ im Wahlkampf —scheinbar mit Erfolg.
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Die SPÖ kommt auf 48 Prozent der 1.082 Wahlberechtigten, das ergibt ein Plus von 6,6 Prozentpunkten. Sie ist damit die Gewinnerin, während die ÖVP stagniert.

Die FPÖ kommt auf 5,2 Prozent (minus 3,2 Prozentpunkte), die Grünen auf 8,4 (minus 0,8), die Liste Burgenland auf 1,1 (minus 2,3) und die NEOS auf 0,9 (minus 0,3).

„Wutbrief“ kostete Bubich (keine) Stimmen

Nur wenige Tage vor den Wahlen sorgte in Oslip ein Brief von Bürgermeister Stefan Bubich (ÖVP) für hitzige Diskussionen. Der Ortschef nannte darin den ehemaligen SPÖ-Chef der Gemeinde, Franz Schneider, „Schwein“ und Schlimmeres. Dieser kündigte nun an, rechtliche Schritte einzuleiten: Er will wegen Amtsmissbrauch und Rufschädigung gegen Bubich juristisch vorgehen. Der Ortschef selbst war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Der Hintergrund: Bürgermeister Bubich und Franz Schneider waren bereits im Vorfeld aneinandergeraten. Schneider, der Adressat des Briefes, legte der BVZ einen Schriftverkehr mit Bubich vor und behauptete, der Ortschef würde nicht auf seine Schreiben reagieren. Der Ortschef konterte und legte die gesamte Mail-Kommunikation vor und widerlegte die Darstellung Schneiders (die BVZ hat berichtet). Auf die evident falschen Anschuldigungen des SPÖ-Politikers reagierte Bubich auch damals schon hart. Streitpunkt war damals der Zustand der Leichenhalle und eine beschädigte Laterne am Friedhof der Gemeinde. Schneider warf Bubich damals vor, er kümmere sich nicht um angemessene Bestattungsmöglichkeiten und ignoriere die Anliegen der Osliper. Daraus dürfte sich eine persönliche Fehde entwickelt haben, die nun scheinbar ausartete.

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