Eisenstadts Maturanten sind zurück auf der Schulbank

Erstellt am 07. Mai 2020 | 05:22
Lesezeit: 4 Min
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Abstand. Die Maturanten im Gymnasium Kurzwiese Eisenstadt haben derzeit ausreichend Platz, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.
Foto: WP
Für die Maturanten startete am Montag wieder der Schulbetrieb mit physischer Anwesenheit. In der größten Schule des Landes hat man die neue Situation gut im Griff.
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Kaum ein Schüler fehlte, die meisten kamen gerne und gut gelaunt. So beschreibt Direktorin Karin Rojacz-Pichler den ersten Tag in der größten Schule des Landes, dem Gymnasium Kurzwiese in Eisenstadt. Nach der Zwangspause startete am Montag der Schulbetrieb in Klassenräumen für die Maturanten. Dennoch ist bei weitem noch nicht alles beim Alten.

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Sicherheitsabstand. Direktorin Karin Rojacz-Pichler mit Maske.
Foto: BVZ

Die Befürchtung vieler Schüler und Lehrer, mit Maske im Unterricht sitzen zu müssen, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Sehr wohl verpflichtend ist das Tragen von Masken im Schulgebäude, wenn man nicht an seinem Platz sitzt.

Diese sind für die Maturanten verteilt, die Schüler sitzen mit Abstand von einem Meter zwischen den Tischen alleine an einem Doppeltisch. Das Buffet darf noch nicht öffnen, die Garderobenpflicht wurde aufgehoben, um die Wege im Gebäude kurz zu halten. „Die Schüler sind dankbar, wieder in die Schule gehen zu können und haben die Maßnahmen im Großen und Ganzen akzeptiert“, so die Schulleiterin.

Der Unterricht findet gestrafft und geblockt statt, um die Zeit in der Klasse möglichst kurz zu halten. Maturiert wird heuer nur schriftlich, besonders Motivierte können jedoch auch die mündliche Reifeprüfung ablegen — die Nachfrage hält sich aber scheinbar in Grenzen, „freiwillig wird es kaum jemand machen“, schätzt Rojacz-Pichler.

Schulstart vorerst nur für die Maturanten

Der Schulbetrieb ist für die Maturanten zur Zeit „eine kontinuierliche Vorbereitung, der Feinschliff“ vor der Reifeprüfung. Unterrichtet wird in der Regel nur in den Klausurfächern Deutsch, Mathematik, der zweiten lebenden Fremdsprache (Französisch, Spanisch, Russisch, Kroatisch) bzw. Latein.

In Englisch müssen nur jene Schüler verpflichtend maturieren, die in keiner anderen lebenden Fremdsprache antreten. In Nebenfächern kommen nur einzelne Schüler, die sich mit einer Prüfung die Note ausbessern müssen. Das macht die Einteilung, vor allem die räumliche, deutlich einfacher.

Komplizierter wird es erst, wenn auch noch die Unterstufenschüler mit 18. Mai wieder zurückkehren, die übrigen Oberstufenschüler kehren voraussichtlich nach den Pfingstferien zurück. „Die Kleinen sind bewegungsintensiver, können das dann aber nicht ausleben. Deswegen wollen wir dann zumindest den Schulhof für die Klassen wechselweise öffnen“, so Rojacz-Pichler.

Logistisch sei die Lage schon ein Mehraufwand: „Ich kann nicht direkt mit den Lehrern kommunizieren sondern nur telefonisch oder über das elektronische Klassenbuch. Auch die Elternbriefe fallen zur Zeit sehr ausführlich aus“, schildert sie.

Schichtbetrieb und zweigeteilte Klassen

Unterrichtet wird zudem im Schichtbetrieb: Eine Hälfte der Schüler kommt Montag, Dienstag und Mittwoch, die andere Donnerstag und Freitag. Wöchentlich wird die Schicht gewechselt. So sollen nicht zu viele Schüler gleichzeitig im Gebäude sein. Im Gymnasium Kurzwiese hat man seit dem Umbau keine Platzprobleme mehr und ist administrativ erfahren, weswegen der logistische Aufwand reibungslos erledigt wird, erklärt die Direktorin stolz.

Auch zwei Schularbeiten stehen in der „neuen Normalität“ für die Matura-Klassen noch an: am Donnerstag Deutsch, und am Montag die letzte Mathematik-Schularbeit. Dabei werden die Klassen auf die EDV- und Physik-Säle aufgeteilt, insgesamt ist so Platz für 99 Schüler. Allerdings wurde die letzte Prüfung vor der Matura von vier auf drei Stunden beschränkt, damit die Dauer im gemeinsamen Klassenraum kürzer gehalten werden kann.

Kritik äußert die Schulleiterin nur an der Kommunikation mit den offiziellen Stellen und der teilweise mangelnden Einbindung der Betroffenen in die Planung. So werde oft etwas vorgeschlagen, was sich dann nicht als praxistauglich erweist und wieder verworfen wird. Daher sei es schwer, den Überblick zu behalten — was wiederum zu erhöhtem Kommunikationsbedarf führt. Unterm Strich zähle aber vor allem eines: „Das Wichtigste ist, dass alle gesund bleiben.“

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