Debatte um FH-Studiengang „Soziale Arbeit“ geht weiter. Noch keine Genehmigung des FH-Masterstudienganges „Soziale Arbeit“. Land nimmt das Wissenschaftsministerium in die Pflicht. An der Fachhochschule gibt es auch noch einen „Plan B“.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 04. Februar 2017 (12:07)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
FH-C_Hafner.
Hafner

Der Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ besteht an der Fachhochschule Burgenland bereits seit dem Jahr 2014, der Ruf nach einem Masterstudiengang blieb im Wissenschaftsministerium bislang aber ungehört.

Mittels einstimmigem Landtagsbeschluss und einer Petition mit 1.000 Unterschriften wurde die Bewilligung des Master-Studiums – und das entsprechende Fördergeld – zuletzt vehement gefordert. Der zuständige Minister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verwies jedoch auf „die angespannte Arbeitsmarktlage“ und entsprechende Studiengänge in Wien und Graz.

Die Debatte um den Studiengang ist auch ein Politikum. SPÖ-Klubchef Robert Hergovich und Departmentleiter Roland Fürst machen nun einmal mehr mobil. Hergovich meint: „Die Nicht-Genehmigung dieses Studienganges ist ein Tabubruch und stellt eine krasse Benachteiligung des Burgenlandes dar.“ Man werde sich weiter dafür einsetzen.

Kritik an der Landesregierung kam erneut vom Bündnis Liste Burgenland: Abgeordneter Manfred Kölly verwies auf einen LBL-Antrag in der Landtagssitzung zur Finanzierung des Studienganges, der nicht die ausreichende Mehrheit gefunden hatte. Diese Möglichkeit zur Finanzierung sei nicht genutzt worden, meint Kölly.

20 Master-Studienplätze ab 2018 geplant

Das Argument der „angespannten Arbeitsmarktlage für Master-Absolventen“ will man so nicht gelten lassen: Im Burgenland sei demnach bekannt, dass gerade im Bereich „Soziale Arbeit“ Kräfte gebraucht würden. Zur bestehenden Bachelor-Ausbildung (mit rund 40 Studienplätzen) sei daher auch das Masterstudium (geplant mit 20 Plätzen) nötig, um beispielsweise auch Führungskräfte im Pflegebereich bereitstellen zu können.

Seitens der Fachhochschule Burgenland betont Geschäftsführer Georg Pehm auf BVZ-Anfrage, dass man den Masterstudiengang nun erneut beantragen werde. Sollte es keine Genehmigung geben, werde man dem Ministerium erneut vorschlagen, die Finanzierung durch Umschichtung von Bundesmitteln zu gewährleisten. Dies könnte durch Umschichtungen ohne Einschnitte in anderen Studiengängen erreicht werden.

Jedoch braucht es auch dazu eine Genehmigung des Ministeriums. „Wir werden alles tun, damit der Masterstudiengang umgesetzt werden kann, weil wir überzeugt sind, dass die Region und der Arbeitsmarkt im Bereich ,Soziale Arbeit‘ gut ausgebildete Kräfte braucht“, so Pehm.

Foto-FHSozialeArbeit
zvg