Mann starb plötzlich: „War ein hartes Jahr“. Gesetze machen das Leben von Michelle K. aus Purbach nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes kompliziert.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 28. Januar 2018 (06:17)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Gedenken. Michelle K. mit ihrem Sohn (Anm.: der Stiefsohn ihres Mannes) und ihrer kleinen Tochter. Foto: zVg/Privat
zVg/Privat

Gesetzliche Abläufe können zu Komplikationen führen, wie Michelle K. aus Purbach nach dem überraschenden Tod ihres erst 36-Jahre alten Mannes im Dezember 2016 feststellte.

„Bis das Verlassenschaftsverfahren abgeschlossen ist, darf ich nichts von meinem Mann angreifen. So auch das Auto. Jemand musste es aus der Verlassenschaft rauskaufen, das durfte ich nicht. Das tat mein Bruder, der es mir überschrieb – sonst hätte ich gar kein Auto gehabt, um etwa zum Arzt zu fahren“, so Michelle K.

Rücklagen zu schaffen, ist schwer

Von Beginn der Ereignisse erzählt sie: „Da ich bei der Testamentseröffnung erst seit Kurzem schwanger war, wurde diese stillgelegt, bis unsere Tochter im August geboren wurde. Mir wurde außerdem erklärt, dass die Gültigkeit des Testaments noch geprüft werden müsse.“

Vor allem die langen Zeitabstände machen ihr zu schaffen: „Erst im Herbst 2017 ging das Verfahren weiter. Nach einem abschließenden Termin beim Notar prüft in den nächsten Monaten das Pflegschaftsgericht. Wie lang es noch dauert, bis alles abgeschlossen ist, weiß ich nicht. Mich belastet auch die Ungewissheit, wie es weitergeht, denn ich kann dem Kind seinen Erbteil nicht auszahlen,“ stellt sie fest.

Um finanziell vorzusorgen, legt sie die Hälfte des gehaltsbezogenen Karenzgelds für das zweite Jahr Karenz auf die Seite. Mit ihrer Witwenpension liegt sie über der Mindestzuverdienstgrenze, womit sie steuerpflichtig ist. „Deshalb lege ich davon auch einen Teil zur Seite. Den Verdienst einer geringfügigen Beschäftigung bräuchte ich am Ende für die Steuern“, erklärt sie.

Förderungen erhält sie keine, da sie „zu viel“ verdient. Ebenso stand ihr eine Abfertigung der Firma ihres Mannes nicht zu, da sie über der Anspruchsgrenze liegt. „Seltsam finde ich, dass hier der Tod des Partners und eine Scheidung das Gleiche ist“, ergänzt sie.

Freunde und Familie geben Rückhalt

Aber es gibt auch gute Momente. „Für ein Jahr wurden die Raten für den Kredit für das Haus halbiert, wofür ich der Bank sehr dankbar bin. Und ohne meine Familie, Schwiegereltern und Freunde ginge nichts. So haben etwa die Freunde aus dem Schießverein Geld für uns gesammelt und über einen Hilfsfonds vom Land haben wir etwas bekommen – so konnte ich die Grundausstattung für unser Kind, also das Kinderzimmer oder den Kinderwagen, aber auch laufende Kosten zahlen“, ist sie dankbar. „Ich war oft am Boden, aber ich lasse mich von den Gesetzen nicht aufhalten, um wieder aufzustehen!“