ÖVP-SPÖ-Allianz bei Bauprojekt in Wulkaprodersdorf

Erstellt am 08. Juli 2022 | 05:39
Lesezeit: 3 Min
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Ökologische Bauweise. Parkhaus („Stodl“) und dahinter liegender Wohnkomplex in Holz. F
Foto: zVg Gemeinde Wulkaprodersdorf/Architekten MAGK
Nach Anrainer-Protesten gegen geplantes Ärzte- und Wohnzentrum setzen ÖVP und SPÖ in seltener Eintracht auf Aufklärung.
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Schwarz und Rot, die an einem Strang ziehen – heutzutage ein ungewöhnliches Bild, in Wulkaprodersdorf derzeit Fakt. Beide Parteien wenden sich gemeinsam in den „Gemeindenachrichten“ an die Bevölkerung, um Details zum „zu Unrecht ins schiefe Licht“ geratenen Projekt „Mittendrin“ zu präsentieren.

Dieses seit über einem Jahr bekannte Bauprojekt einer Wiener Genossenschaft – die BVZ hat berichtet – sieht einen Gesundheitsbereich in der Oberen Hauptstraße sowie 30 Wohnungen für Jung und Alt in der Oberen Gartengasse vor. Ein „Vorzeigeprojekt, das in Bezug auf Ortskerngestaltung und Nachhaltigkeit neue Wege“ gehe, sind Bürgermeister Fritz Zarits (ÖVP) wie auch Vize René Pint (SPÖ) überzeugt.

Bei der nicht allzu lange zurückliegenden Bauverhandlung betreffend der Wohnungen in der Gartengasse sei der Aufschrei der Anrainer aber groß gewesen, schildert UDW-Gemeinderätin und selbst Anrainerin Grete Krojer der BVZ: „Hauptaufreger sind die Dimensionierung, die Park- und Verkehrssituation sowie die Ungleichbehandlung. Diese dreigeschoßigen Wohntürme etwa sind ortsunüblich.“

Es gehe um den Erhalt der Dorfstruktur und der Lebensqualität. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet, die „derzeitige Version“ werde man beeinspruchen und „bis zur letzten Instanz“ gehen.

ÖVP und SPÖ wiederum sprechen in ihrer Aussendung von „falschen Plänen“, die beim Unterschriftensammeln herangezogen würden. Als Gemeinderätin habe Krojer die Anrainer „offensichtlich nicht vollständig und richtig informiert“, so Zarits, es werde „lediglich eine Machbarkeitsstudie“ herangezogen. Als Mitglied einer Gemeindevertretung sollte man zudem „in der Lage sein, Eigeninteressen hinten anzustellen“ so der Ortschef.

Krojer zeigte sich über die „haltlosen“ und „rufschädigenden“ Anschuldigungen „entsetzt“ und wandte sich mit einer Gegendarstellung an die Öffentlichkeit. Parteienstellung sei ihr „gutes Recht“ als Anrainerin, zudem habe „kein Punkt“ des Anrainer-Info-Schreibens im Gemeindeblatt widerlegt werden können.

ÖVP und SPÖ betonen jedenfalls, mit der Präsentation von Projektdetails der Bevölkerung die Möglichkeit geben zu wollen, sich einen „objektiven Überblick“ zu verschaffen. Was konkret die Obere Gartengasse betreffe, sei eine neue Parkplatzlösung im Bauausschuss bereits positiv von allen drei Fraktionen behandelt worden.

Um „Richtigstellung“ geht es auch Projektentwickler Ronald Kain. Zum Vorwurf der Ortsunüblichkeit von dreigeschoßigen Wohnbauten verweist er auf „die bereits realisierten Wohnprojekte Wulkahof und Wienerstraße“.

Auch betrage die Höhe der Wohnblocks nicht, wie kolportiert, dreizehneinhalb, sondern nur neuneinhalb Meter. Zum Einwand Bodenversiegelung merkt er an, dass etwa Gärten im Erdgeschoß sowie ein Gründach geplant seien. Das Projekt sei auch nicht „gewachsen“: Die 30 statt ursprünglich 25 Wohnungen seien auf reduzierte Wohnungsgrößen zurückzuführen.

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