Aus für die Fertörakos-Fähre?. Beim Mega-Bauprojekt auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees gibt es weiterhin viele offene Fragen — auch für die direkt betroffenen Anrainer und Betriebe.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 06. September 2020 (04:34)
Sicherer Hafen? Die Drescher Line fährt auch den Hafen in Fertörakos an— noch. Offiziell endete der Vertrag am 31. August.
zVg/Drescher Line

„Totgesagte leben länger.“ Dieses Sprichtwort trifft wohl auch auf das vielkritisierte Bauprojekt in Fertörakos zu. Nach einer Absage des Projektes, gab es doch wieder grünes Licht, wie es nun weiter geht ist unklar.

Auf ungarischer Seite sorgt sich etwa der Verein „Fertö tó baratái“ (Freunde des Neusiedler Sees) — der bereits Demonstrationen in Sopron mit über 1.000 Teilnehmern organiserte — nicht nur um die Konsequenzen für Flora und Fauna, sondern auch für die dortigen Betriebe. Betroffen sind etwa Fischer, aber auch die Mörbischer Drescher Line, die einen Sitz am Hafen in Fertörakos hat.

„Ich weiß leider momentan nicht, wie es weitergeht“, erklärt Roman Drescher, der für sein Schifffahrtsunternehmen mit der ungarischen Seite in Kontakt ist.

Vertrag mit Ungarn lief am Dienstag aus

Momentan ist die Kommunikation allerdings noch komplizierter, als bisher: „Wir sind ausgesperrt. Wenn ich nach Fertörakos fahre, müsste ich 14 Tage in Quarantäne“, so der Kapitän. Dass die Anrainer Informationen nur aus dritter Hand erhalten, wie oft behauptet wird, will er so nicht stehen lassen.

„Die offiziellen Stellen in Ungarn kontaktieren schon direkt. Allerdings erhalten wir immer nur kurzfristige Informationen. Wir leben von Tag zu Tag.“ Bereits seit zwei Jahren sei das der Status Quo. Offiziell ist der Vertrag am Dienstag (mit 1. September) ausgelaufen, „das war letztes Jahr aber auch schon so. Das heißt nicht, dass es jetzt wirklich vorbei ist. Bisher haben wir noch keine Aufforderung erhalten, unseren Sitz in Fertörakos zu räumen. Wie es weiter geht, weiß keiner.“ Ausgemacht sei jedenfalls, dass die Drescher Line aufhören muss zu arbeiten, wenn der Bau startet.