Lebensliebe Seebühne: Gerti Pfeiffer wurde geehrt

Gerti Pfeiffer ist seit 60 Jahren als gute Seele für die Seefestspiele tätig. Ihr wurde nun die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Erstellt am 10. November 2017 | 06:05
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
GeehrtGerti Pfeiffer Mörbisch Lebensliebe Seebühne
Ehrung. Gerti Pfeiffer erhielt von den Landesräten Helmut Bieler und Astrid Eisenkopf die Ehrenmitgliedschaft der Seefestspiele (Foto). Fotos: Müllner/Sorger
Foto: Müllner/Sorger

Im Rahmen des Festaktes zum 60-Jahr-Jubiläum der Seefestspiele Mörbisch erhielt eine ganz besondere Mitarbeiterin die Ehrenmitgliedschaft der Seefestspiele: Gertrude „Gerti“ Pfeiffer. Als die „Seele der Seefestspiele“ bezeichnete Dagmar Schellenberger sie bei ihrer letzten Vorstellung als Intendantin Ende August.

Für so manchen Besucher der Seefestspiele wäre Mörbisch ohne sie nicht denkbar, denn Gerti Pfeiffer steht während der Festspielsaison Abend für Abend mit Programmen und CDs bereit. Doch den Hauptteil ihres Wirkens sehen die Besucher nicht.

Anzeige

Beziehung zur Seebühne begann als schon Kind

Die 69-jährige Mörbischerin organisiert nicht nur die Platzanweiser sowie den Programmverkauf. Bereits ab fünf Uhr morgens rückt sie an, um das Gelände von den Spuren des Vortags zu säubern.

GeehrtGerti Pfeiffer Mörbisch Lebensliebe Seebühne
Geehrt. Gerti Pfeiffer erhielt die Ehrenmitgliedschaft der Seefestspiele, denn jeden Sommer ist sie mit Putzfetzen und Programmen bereit (Foto). Fotos: Müllner/Sorger
Müllner/Sorger

Eine anstrengende Tätigkeit, wie Gerti Pfeiffer der BVZ erzählt: „In Mörbisch fängt es im Frühjahr mit der Grundreinigung an und geht dann bis zum Ende des Sommers. Da komme ich erst um halb zwölf in der Nacht nach Hause, daher ist dann ein Mittagsschlaferl nötig, um das durchzuhalten.

Aber ab Anfang August kommen die Ermüdungserscheinungen trotzdem, und ich träume sogar von der Seebühne.“ Ihre Beziehung zu den Seefestspielen begann mit deren Gründung: „Ich hab als Kind mitgespielt, und dann bin ich nicht mehr weggekommen“, schmunzelt sie.

Berührende Erinnerung an Festspielgründer

Ebenso lang hat sie auch eine innige Verbindung zur Familie des Festspielgründers Herbert Alsen: „Meine Tante machte bei der Familie den Haushalt, und ich bin da ein- und ausgegangen. Wir waren ihre ,Mörbisch-Familie‘. Auch um Frau Alsen hab ich mich in späteren Jahren gekümmert, bei ihr geschlafen, wenn sie allein war.“ Vor 30 Jahren übernahm sie die Reinigung der Seebühne. Sie erlebte Witziges – wie Regisseur Heinz Marecek, der den Bühnenarbeitern Brathendln spendierte – und so manches Berührende.

„Ich werde nie vergessen, wie Herr Alsen bei der letzten Vorstellung vor seinem Tod bat: ,Dreht mir einmal noch das Licht auf, damit ich die Bühne sehe‘“, so Gerti.
Ob der anstrengenden Sommer dachte Gerti Pfeiffer manchmal auch schon ans Aufhören: „Das denk ich mir jedes Mal am Ende des Sommers, aber dann kommt die nächste Saison, und ich bin wieder da. Mein Mann sagt immer: ,Du gehst auf die Seebühne, bis du 100 bist‘“, schmunzelt sie.