Storchenstation in Rust zieht um

Altersbedingt können Lydia und Rudolf Karassowitsch senior die Station nicht weiterführen. Sohn Rudolf junior übernimmt, neue Station entsteht nahe der Storchenwiese.

Peter Wagentristl
Peter Wagentristl Erstellt am 26. September 2021 | 06:28
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„Fliegende Wahrzeichen“. Der Storchenverein Rust errichtet eine neue Pflegestation für Störche und ist daher auf Spenden angewiesen. Wagentristl
Foto: BVZ

Familie Karassowitsch kümmert sich mit Herz und Seele um die Ruster Störche. Josef als Obmann des Storchenvereins, seine Tante Lydia und Onkel Rudolf senior als Betreiber der Storchenstation, Cousin Rudolf junior packt ebenfalls fleißig an. Nach 35 Jahren müssen Rudi senior und Lydia die Pflegestation — untergebracht in ihrem Wohnhaus — nun aber altersbedingt schließen.

„Die beiden kamen mit dem Füttern leider nicht mehr nach, ihr Gesundheitszustand ist zudem leider auch nicht mehr der beste“, erklärt Obmann und Neffe Josef Karassowitsch. Die Station leitet künftig Cousin Rudolf junior, aber eben nicht mehr im Haus seiner Eltern.

Der neue Standort der Einrichtung zur Pflege der geflügelten Stadtpatrone ist bereits in Planung, er soll in der Nähe der Storchenwiese entstehen. „Bei den Stallungen, in der Nähe des Aussichtsturms, wird dazu ein Stall umgebaut“, erklärt Obmann Josef Karassowitsch. Dazu sind Umbauarbeiten notwendig, die bereits kommende Woche starten sollen. „Mit unserem Obmann-Stellvertreter Igor Smrtnik haben wir zum Glück einen Bau-Experten im Team“, erklärt er. Neben Dacharbeiten wird auch ein Zaun errichtet, der ungewollten Besuch — etwa von Füchsen — verhindern soll.

Zwölf Störche überwintern in Rust

Bis die neue Pfelgestation bezugsfertig ist, kümmern sich die Vereinsmitglieder um die zu pflegenden Störche. Aktuell werden in der Pflegestation zwölf Störche versorgt. „Durch den Klimawandel finden unsere Störche weniger Futter und sind gezwungen, Aas am Straßenrand zu suchen“, heißt es vom Storchenverein. Das führe auch dazu, dass mehr Störche im Straßenverkehr verletzt oder gar getötet werden —

heuer waren es fünf, die nun von Familie Karassowitsch gesund gepflegt werden müssen.

Hinzu kommen noch flugunfähige Jungstörche. Da wegen des kalten Frühlings einige Störche erst sehr verspätet nach Rust kamen, begannen die Tiere erst spät zu brüten. Die Jungtiere wurden so nicht rechtzeitig vor dem Abzug in den Süden flugfähig und müssen daher in Rust überwintern.

Mit der neuen Pflegestation sollen die Tiere für Rust und Umgebung langfristig erhalten bleiben. Allerdings: „Die Kosten für die Errichtung überschreiten aber bei Weitem die finanziellen Möglichkeiten des Storchenvereins“, betont der Verein in einem Schreiben an alle Ruster und bittet darin um Spenden und neue Vereinsmitglieder. Am 22. Oktober ist zudem ein Benefizkonzert im Seehof geplant.

Der Verein bedankt sich darüber hinaus bei Lydia und Rudolf senior für ihr jahrzehntelanges Engagement. Ohne ihren Einsatz und ihre Liebe für die Tiere Vögel gäbe es den Storchenverein in dieser Form nicht.