Trauer um Eisenstadts Alt-Bürgermeisterin Fraunschiel. Eisenstadts Alt-Bürgermeisterin starb am Sonntag, 4. August, nach schwerer Krankheit. Ein BVZ-Nachruf auf die leidenschaftliche Generationen- und Bildungspolitikerin.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 06. August 2019 (18:10)
Stadtgemeinde

“Geh‘s an!“, lautete das Lebensmotto von Eisenstadts Altbürgermeisterin Andrea Fraunschiel. Nach einer schweren Krankheit ist sie nur 64 Jahre jung am Sonntag, 4. August, im Kreise ihrer Familie verstorben. Ihr „Geh‘s an!“ schwingt, neben ehrlicher Trauer, in jeder Geschichte mit, die posthum über Andrea Fraunschiel erzählt wird. „Sie war sich für nichts zu schade, hat immer angepackt und mitgeholfen“, schwärmt noch heute Fraunschiels ehemalige Büroleiterin Ingrid Schwarz vom „Anpacker-Charakter“ Fraunschiels.

Ein Charakter, der gerne und oft zu einfach Männern zugesprochen wird: Frauen fühlen, Männer machen. Frauenschiel konnte beides. „Sie musste erst lernen, Kritik an der Stadt nicht persönlich zu nehmen“, erklärt Schwarz die Rathaus-Familie: „Wir haben versucht politischen Druck von ihr abzuhalten, ihr Mann Ernst hat ihr privat den Rücken gestärkt.“

Familie war für Frauenschiel das zentrale Thema ihrer Politik. Sie kümmerte sich um die Ältesten und die Jüngsten, mit dem Kindergarten Kleinhöflein verewigte sie sich in der Infrastruktur des Ortsteils. „Das war für sie keine politische Sonntagsrede. Sie lebte auch danach“, betont Schwarz, selbst übrigens Tochter des verstorbenen Altbürgermeisters Alois Schwarz. Auf ihn hielt Fraunschiel die Moritat.

BVZ
Letzter Auftritt. Andrea Fraunschiel (5.v.r.) beim „Bürgermeister-Projekt“ der Stadt mit Historikerin Brigitte Krizsanits (6.v.r.).

Thomas Steiner hat die Nachricht vom Ableben seiner Vorgängerin im Urlaub erreicht. Neben ihrem generationenübergreifenden Einsatz betont er auch ihre Bildungs-Initiativen. Im Schulbereich habe für „massive Modernisierungsschübe“ gesorgt und damit zur „hohen Lebensqualität in Eisenstadt entscheidend beigetragen“.

Auch von der Opposition kam nur Positives (siehe Zitate rechts). Das im Todesfall nur anständig, erinnert in Wahlkampfzeiten doch daran, dass Politik nicht nur mit harten Bandagen geführt werden muss. Fraunschiel beispielsweise hatte Netzwerk-Treffen für weibliche Politikerinnen eingeführt, die sie bewusst überparteilich gestaltet hatte. So bleibt zu hoffen, dass ihre Politik nicht nur in der Infrastruktur, sondern auch den Herzen Eisenstadts bewahrt. Gehen wir‘s an!