Perchten im Kleinformat bei den „Leithaboch Teifln“. Tobias und Jakob sind die jüngsten Mitglieder ihrer Perchtengruppe und zeigen, dass Perchten auch kinderfreundlich sein können.

Von Nina Sorger. Erstellt am 08. Dezember 2018 (07:14)
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Schauriger Nachwuchs. Tobias und Jakob dürfen mit ihren leichten Masken bereits bei einigen Auftritten der „Leithaboch Teifln“ mitlaufen.
Nina Sorger

Die Perchten gehören zum alpenländischen Brauchtum. Seit einigen Jahren dringen sie immer mehr ins gar nicht alpenländische Burgenland vor und sind mit ihren feurigen Shows mittlerweile fixer Bestandteil fast jedes Adventmarktes.

Tobias durfte im Vorjahr erstmals mitgehen

Bei den Wimpassinger „Leithaboch Teifln“ – die vor sieben Jahren die erste Perchtengruppe im Bezirk Eisenstadt bildeten – gibt es eine Besonderheit, die bei den alpenländischen Originalen nicht zu finden ist: Perchten im Kleinformat. Der siebenjährige Tobias und der 13-jährige Jakob sind die jüngsten Perchten der Gruppe und bereits mit Feuereifer dabei.

Tobias durfte im Vorjahr erstmals mitgehen, denn auch seine Eltern sind aktive Perchten: „Er wollte unbedingt mitgehen, aber eine echte Holzmaske wäre noch viel zu schwer für ihn. Also hat sein Papa mit ihm gemeinsam eine Perchtenmaske aus Pappmaschee angefertigt“, erzählt Mutter Sabine Tamerler, die als eine von vier Frauen des Vereins ebenfalls in Fell und Holzmaske unterwegs ist.

Auch Jakobs Tante Bianca Wimmer ist eine von ihnen: „Er wollte immer mitgehen, und immer habe ich ihn vertröstet. Zum Geburtstag haben wir dann aber zusammengelegt und ihm eine Ausrüstung gekauft“, erzählt Bianca Wimmer.

Jakob ist bereits mit einer kleineren Holzmaske unterwegs, die Vereinsmitglied Karl Prossek selbst geschnitzt hat. Eigentlich sind die Nachwuchsperchten nur bei Auftritten bei Tageslicht dabei, doch Jakob durfte heuer beim großen, abendlichen Perchtenauftritt in Wimpassing dabei sein: „Das war total schön. Ich habe sogar eine Rolle in der Show gespielt“, erzählt Jakob mit strahlenden Augen. Er durfte in der erzählten Geschichte den von einem „Feuerteufel“ gefangenen „Schwarzen Engel“ befreien.

Generell ist der Perchtengruppe bei ihren Auftritten eines wichtig: Kinderfreundlichkeit.

Zeigen, dass Perchten nicht schrecklich sind

„Wir wollen zeigen, dass Perchten nichts Schreckliches sind . Deshalb nehmen wir auch unsere Masken ab und zeigen vor allem den Kindern, dass darunter Menschen versteckt sind und dass bei uns sogar Frauen und Kinder mitmachen“, erklärt Sabine Tamerler: „Wir schlagen auch niemanden mit einer Rute, sondern haben weiche Pferdeschweife, mit denen wir die Leute nur streifen. Die Perchten gebärden sich zwar wild, streicheln den Kindern aber höchstens über den Kopf.“

Damit keine Unfälle passieren ist der Perchtengruppe während ihrer Shows auch eine gewisse Distanz zum Publikum wichtig: „Sicherheit ist wichtig, da die Perchten unter den Masken schlecht sehen. Die mitlaufenden Hexen weisen ihnen den Weg.“ Auch Tobias und Jakob freuen sich schon darauf, einmal große Perchten zu werden.