Burgenland: Jedes sechste Kind armutsgefährdet. Jedes sechste Kind im Burgenland ist armutsgefährdet; Verena Dunst und Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger präsentierten Studie.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 31. Januar 2021 (03:44)
Volkshilfe Österreich-Direktor Erich Fenninger mit Volkshilfe Burgenland-Präsidentin Verena Dunst bei der Studienpräsentation.
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Problem Nummer eins beim Thema Armut ist, natürlich einmal ihre Existenz an sich. Verena Dunst, eigentlich um Zurückhaltung bedachte Landtagspräsidentin, nahm sich da in ihrer Funktion als Volkshilfe Burgenland-Präsidentin kein Blatt vor den Mund: „Dass in einem so reichen Land wie Österreich 50.000 Burgenländer nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, ist beschämend.“

Die Volkshilfe-Studie offenbart einen dramatischen Einbruch bei der Lebensqualität der Österreicher.
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Problem Nummer zwei kommt gleich danach, nämlich: „Dass arme Menschen nicht mit einem Schild herumrennen, wo ,Ich bin arm!‘ draufsteht.“ Armut ist also unsichtbar, das bewies die Volkshilfe-Studie, die Dunst mit dem Volkshilfe-Bundesdirektor Erich Fenninger in der vergangenen Woche im Eisenstädter ÖGB-Hauptquartier präsentierte, einmal mehr sehr eindrucksvoll.

Nicht einmal Träumen ist mehr leistbar

Fenninger betonte den dramatischen Einbruch bei der Lebensqualität durch Corona. Während die Österreicher vor Corona zu 93 Prozent eigentlich im Großen und Ganzen mit ihrem Leben zufrieden waren, ist nun jeder Zweite damit unglücklich (siehe Statistik links).

Die Corona-Krise werde das auch noch zementieren, fürchtet Fenninger: Home Schooling ist ein Vorteil für die Kinder gebildeter Eltern, die auch Home Office machen. Kinder, die keinen eigenen Laptop oder „Ersatzlehrer“ als Eltern haben, werden mit einer kaum noch aufholbaren Bildungslücke aus der Krise kommen. Besonders traurig waren die Gespräche mit Kindern aus armutsgefährdeten Familien, die Fenningers Team geführt hat. „Während Kinder aus gut verdienenden Haushalten von typischen Kinderträumen wie Urlaub oder Spielzeug erzählen, träumen Kinder aus armen Familien einfach nur von einem stabilen Leben. Höhere Ambitionen erschwert das und die Armut wird ,vererbt‘“, resümiert Fenninger.