Bäder „zu, aber offen“

Frei- und Seebäder dürfen nicht aufsperren, sind aber vielerorts trotzdem geöffnet — gratis und ohne Kontrolle.

Erstellt am 14. Mai 2021 | 04:23
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Schrödingers Bad. Gleichzeitig offen und zu — so lässt sich die aktuelle Gesetzeslage an den Seen zusammenfassen. Offiziell sind die Bäder zu, die Schranken aber offen. Kontrollen gibt es daher keine.
Foto: Peter Wagentristl, Peter Wagentristl

Das lange Warten hat bald ein Ende, am 19. Mai öffnen Gastronomie, Kultur und auch die See- und Freibäder. Letztere befinden sich derzeit in einer Grauzone: Offiziell darf kein Betrieb stattfinden. Allerdings sind etwa Neufelder, Steinbrunner und Neusiedler See außerhalb der Badesaison trotzdem geöffnet.

Bei den hohen Temperaturen zum Wochenbeginn für die meisten erfreulich, ist der aktuelle Zustand wohl nicht, was die Verordnung eigentlich erzielen wollte. Der freie Eintritt freut natürlich die vielen Besucher, bei den Seebädern hofft man aber auf Umsatz. Zudem entfällt durch die offenen Schranken auch die Möglichkeit, die Zahl der Badegäste und den Mindestabstand zu kontrollieren, kritisiert Bürgermeister Michael Lampel gegenüber der BVZ. „Das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Die Schließung macht vielleicht bei absperrbaren Freibädern Sinn, bei uns ist die jetzige Regelung jedenfalls nicht logisch.“

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„Die Schließung macht vielleicht bei absperrbaren Freibädern Sinn, bei uns ist die jetzige Regelung jedenfalls nicht logisch.“ Bürgermeister Michael Lampel

Der Andrang von nah und fern war am sonnigen Wochenenden und Temperaturen bis zu 30 Grad jedenfalls groß, geschlossene Seebäder stellt man sich anders vor (siehe Foto).

Viele Badegäste trotz Schließung

Um die Einhaltung der Maßnahmen gewährleisten zu können hatte man im Vorjahr in Neufeld die offiziellen Öffnungszeiten verlängert. „Ab 20 Uhr kann man weiterhin mit Saisonkarte oder einer vorher gelösten Tageskarte ins Seebad, aber nicht mehr wie früher freizugänglich“, erklärte Neufelder Seebetriebe-Geschäftsführerin Daniela Stoll der BVZ.

Mit dieser „coronabedingten Umstellung“ könne man anhand der Drehkreuze die Besucher zählen und kontrollieren, dass das Kontingent nicht überschritten wird. Dazu gebe es heuer erstmals ein Online-System für den Ticketverkauf.

Für die Gemeinde ist die Situation wenig erfreulich: Keine Einnahmen, aber Arbeit. So müssen etwa die Rasenflächen gepflegt und die WCs gereinigt werden. „Das haben wir aus dem Vorjahr gelernt: Die Toiletten müssen aufgesperrt sein“, betont Lampel wenig angetan von den Alternativen. Einen Bademeister gibt es aktuell nicht, rechtlich sei das vermutlich gar nicht möglich — etwa wegen Fragen der Haftung bei Unfällen. „Das heißt: weniger Sicherheit und keine Einnahmen“, fasst der Ortschef zusammen.

Für den Saisonstart am 19. Mai ist Lampel dennoch zuversichtlich: „Wir haben es im Vorjahr geschafft, wir werden es auch heuer schaffen.“