Coronakrise: Pause für Sanochemia

Sanochemia fährt die Produktion herunter, Mitarbeiter sollen bis Sommer aber wieder eingestellt werden – alle bis auf 20.

Erstellt am 23. April 2020 | 05:18
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Noch offen. Das Werk in Neufeld ist derzeit noch offen, dessen Zukunft ist es zum Leidwesen der 140 Angestellten leider auch.
Foto: Franz Pfluegl

Das in Neufeld ansässige Pharmaunternehmen Sanochemia, das in der Vorwoche vom Land Burgenland mit einem privaten Konsortium übernommen wurde, wird die Produktion aufgrund der Coronakrise vorerst herunterfahren. Die Nachfrage sei aufgrund der Krise derzeit gering.

„Auf viele fiel die Wahl aufgrund persönlicher Befindlichkeiten einiger Bereichsleiter.“Zentralbetriebsrätin Doris Steiger ärgert sich über Entscheidungen

Im Sommer soll der Neustart erfolgen, bestätigte eine Sprecherin von Wirtschaftslandesrat Christian Illedits (SPÖ). Die vom Land mit einem privaten Konsortium neugegründete GmbH wird 120 der rund 140 Mitarbeiter der insolventen Sanochemia AG ( die BVZ berichtete, siehe hier und unten) in einem Stufenplan bis zum Sommer einstellen. Die Produktion werde dann bei entsprechender Nachfrage bis Mitte Mai wieder voll hochgefahren.

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Die Zentralbetriebsrätin Doris Steiger kritisierte gegenüber der BVZ, dass unter den 20 Mitarbeitern, die nicht von der AG in die neue GmbH übernommen werden, auch Kolleginnen in Mutterschutz oder Karenz seien. Acht Betroffene seien außerdem über 50 Jahre und damit „existenziell bedroht“.

Steiger ärgert besonders eines: „Die meisten sind langjährige Mitarbeiter und auf viele fiel die Wahl aufgrund persönlicher Befindlichkeiten einiger Bereichsleiter.“ ÖGB-Regionalsekretär Oliver Krumpeck, wusste davon noch nichts, versicherte aber der BVZ: „Sollte das spruchreif werden, dann kämpfen wir um jeden Arbeitsplatz!“

Landesrat Christian Illedits erklärte auf Nachfrage der BVZ, dass der AG-Sanierungsplan des Masseverwalter aufgrund der Corona-Krise nicht umgesetzt werden konnte. Er betont, dass die 120 durch den Einstieg des Landes gerettet werden konnten und gibt den Betroffenen die Hoffnung: „Ein erklärtes Ziel für die Zukunft ist das Wachstum des Unternehmens, dadurch sollen künftig neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“