Fotograf Hans Wetzelsdorfer spricht über seine Kunst. Der Neufelder Fotograf und Künstler Hans Wetzelsdorfer sprach mit der BVZ über seine neue Ausstellung in Rust, die Jugend, Natur, Heimat und natürlich Corona.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 28. August 2020 (05:22)
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Hans Wetzelsdorfer
Reinhold Woditsch

„Virenfrei“ – unter diesem Titel stellt der Neufelder Künstler Hans Wetzelsdorfer derzeit im Hospitium auf dem Rathausplatz in Rust verschiedene Werke aus. Das künstlerische Medium des in Neufeld an der Leitha lebenden Künstlers ist die Fotografie, aber er beschäftigt sich auch mit Installationen, Lichtobjekten und Projektarbeiten.

Vom Fotojournalismus zur Bild-Kunst

„In meiner Jugend habe ich jahrelang die Jazzmusiker in Wiesen und später für verschiedene Medien wie zum Beispiel den Falter in Wien fotografiert“ erzählt Wetzelsdorfer über seine Anfänge hinter der Kamera. Natürlich ist der Ausstellungstitel eine Anspielung auf die derzeitige Situation: „Meine Arbeit hat Corona zwar zum Glück in keiner Weise beeinflusst, aber es ist schon eine intensive Erfahrung, wenn die sozialen Kontakte auf Null gefahren werden. Und das Objekt, das Bild ist VIRENFREI. Wir würden uns ja mehr Infizierte wünschen – allerdings infiziert mit Kunst und nicht mit Covid-19.“

Jugend und Natur als Portrait-Serie

Ein Thema der Ausstellung ist für ihn das (Un)Sicherheitsgefühl Jugendlicher , das er in einer Serie von Portraits zusammen mit Originalteilen des Eisernen Vorhanges veranschaulicht (Traum von Freiheit).

„Wir würden uns ja mehr Infizierte wünschen – allerdings infiziert mit Kunst und nicht mit Covid-19.“ Hans Wetzelsdorfer

Aber auch die Themen Bodenversiegelung und Naturschutz („TWITTER. Nachrichten aus leeren Nestern“) werden in seinen Arbeiten aufgegriffen. Die Interpretation der verschiedenen, auch längerfristigen Arbeiten sind offen - auch für den Betrachter.

Kritischer Blick aufs Heimatgefühl

Wetzelsdorfer ist eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Heimat wichtig: „Natürlich mag ich das Burgenland, schließlich bin ich hier aufgewachsen. Gleichzeitig bin ich aber der Meinung, dass ein kritisches Hinterfragen der Strukturen essentiell für unser Weiterkommen ist. Wenn sich alle gegenseitig auf die Schultern klopfen und nur ja sagen, wird es keine Entwicklung geben. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, unter den Künstlerkollegen, sowie in der Politik eine konstruktive Streitkultur zurück. Es wäre sehr wichtig, wenn Ziele und Anliegen über Parteifarben hinaus gemeinsam diskutiert und dann konsequent verfolgt werden könnten. Parteipolitische Eitelkeiten und das Schlechtmachen der jeweils anderen bringt auch niemanden weiter.“