Fertörakos: Unternehmer zittern wegen Mega-Bau . Die burgenländischen Unternehmer Eselböck und Drescher sehen Fertörakos skeptisch.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. August 2019 (06:07)
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Küche. Walter Eselböck ist vorsichtig optimistisch fürs „Haus im See“.

Der Mega-Bau auf der ungarischen Seite des Neusiedlersees in Fertörakos verunsichert Umwelt und Tourismus ( wir berichteten, siehe hier ). Von ungarischer Seite wird wenig kommuniziert.

„Kein Wort redet man mit uns“, verriet auch Walter Eselböck der BVZ. Die Eselböcks haben mit dem „Haus im See“ ein Restaurant in Fertörakos, direkt beim Mega-Bauprojekt. Dennoch bleibt er optimistisch: „Wenn Viktor Orban uns loswerden will, dann wären wir schon weg. Aber wir bringen ihm Gäste und damit Geld aus Österreich, daher werden wir geduldet.“ Er geht davon aus, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.

„Wenn wir nicht mehr in Fertörakos fahren dürfen, wäre das eine Katastrophe“Roman Drescher

Die Unklarheit über die Zukunft macht auch Schifffahrt-Unternehmer Roman Drescher zu schaffen. „Wir wissen für heuer, dass wir bis Ende Oktober nach und von Fertörakos fahren können. Derzeit haben wir noch keine Ahnung, wie es nächstes Jahr ausschaut.“ Informationen bekomme auch er als direkt Betroffener kaum, weder über die Baupläne, noch über seine eigene berufliche Zukunft in Fertörakos.

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Schiff. Roman Drescher weiß nicht, wie es weitergeht.

„Wir haben mit viel Zeit und Arbeit unseren jetzigen Standort in Ungarn aufgebaut. Wenn wir nicht mehr in Fertörakos fahren dürfen, wäre das eine Katastrophe“, plagen Drescher die Pläne und die Geheimniskrämerei auf ungarischer Seite.  Schon jetzt leide der Betrieb unter den Gerüchten und den offenen Fragen, langfristige Planung sei kaum möglich. „Wir hängen auch in der Luft. Gesprächstermine sind bisher auch keine angesetzt. Ansonsten kann ich nichts dazu sagen, weil nicht weiß, wie wir betroffen sind.“

Bezüglich der Verkehrsdebatte - Stichwort Grenzöffnung - hat der Schifffahrts-Unternehmer keine Vorlieben, so lang die Straße zwischen Mörbisch und Fertörakos aber nicht für Autos freigegeben wird, „wird es nicht mehr oder weniger werden.“ Wenn Touristen über Sopron nach St. Margarethen oder Eisenstadt kommen, „werden sie wahrscheinlich nicht wieder bis Mörbisch fahren“, schätzt Drescher.

Derzeit müssen Gäste und Pendler aus Fertörakos wegen der gesperrten L210 eine 32 Kilometer längere Route über Eisenstadt fahren. Auf dem direkten, fünf Kilometer langen Schotterweg über die Grenze herrscht ein Fahrverbot für Autos, nach Abschlus der Arbeiten führt die schnellste Verbindung zwischen den Grenzgemeinden über St. Margarethen und Rust.