12-Jährige vergewaltigt: Täter erst 15. Sexueller Übergriff auf Mädchen.Jugendlicher zu neun Monaten bedingt verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 04. März 2021 (03:55)
Der sexuelle Übergriff fand unter Drogeneinfluss statt. Symbolfoto: Stokkete, shutterstock.com
BVZ

Wegen einer Sexualtat im Vorjahr stand ein erst 15-jähriger Schüler vorige Woche vor einem Jugend-Schöffengericht.

Dem Jugendlichen wurde vorgeworfen, am 8. Mai 2020 gemeinsam mit einem Freund ein zwölfjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Die Tat ereignete sich im Nordburgenland, an der damaligen Wohnadresse des 15-Jährigen.

Der Freund des Angeklagten musste sich nicht vor Gericht verantworten, weil er zum Zeitpunkt der Tat noch nicht 14 und damit noch nicht strafmündig war.

Das Mädchen war mit dem unter 14-Jährigen befreundet gewesen. Gemeinsam besuchten sie am 8. Mai 2020 den 15-jährigen Schüler.

Jugendliche rauchten gemeinsam Joints

Alle drei Jugendlichen konsumierten Cannabis. Vom Suchtgift beeinträchtigt, begannen die beiden Burschen das Mädchen zu bedrängen.

Die sexuellen Handlungen waren dabei so schwerwiegend, dass diese vom Gericht hinsichtlich des 15-jährigen Angeklagten sogar als Vergewaltigung eingestuft wurden.

„Das Mädchen war in einer Zwangssituation“, berichtete Staatsanwältin Beatrix Resatz. Die Burschen hätten erst von der Zwölfjährigen abgelassen, als diese nachdrücklich und vehement darauf drängte, in Ruhe gelassen zu werden.

In Social Media-Nachrichten soll der Angeklagte nach der Tat den Übergriff zugegeben haben.

Angeklagt wurde er wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen. Vor Gericht verantwortete er sich geständig.

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Verurteilt wurde der 15-Jährige nicht nur wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen, sondern auch wegen des Tatbestands der Vergewaltigung.

Das Urteil lautete auf neun Monate Haft auf Bewährung.

An das Opfer muss der Schüler 300 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Außerdem erhielt er die Weisung, eine begonnene Psychotherapie fortzusetzen. Das Urteil ist rechtskräftig.