Ein Anwalt für Elvis: Michael Graf im Portrait. Michael Graf hat ein Hobby, das man Anwälten so nicht zutraut: Er spielt mit Christian Lackinger sehr erfolgreiche Elvis- und Johnny Cash-Shows. Die BVZ hat mit ihnen gesprochen.

Von Reinhold Woditsch und Markus Wagentristl. Erstellt am 19. September 2019 (17:22)
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Geniales Duo: Christian „Lucky Dean Luciano“ Lackinger mit Umweltanwalt Michael Graf

Jeder hat so seine Art, nach der zu entspannen. Manche gehen wandern oder verbringen Zeit mit Familie und Freunden. Umweltanwalt Michael Graf gibt, sobald er die Landesregierung verlässt, den Keyboarder für Elvis Presley. Elvis Presley, das ist freilich Christian „Lucky Dean Luciano“ Lackinger, aber die Musik, die ist echt, die kommt von Herzen. „Wir tragen Kosten für die Auftritte privat. Wir wollen einfach nur gute Musik mit Freunden machen“, erklärt Graf das Konzept der Band.

Das musikalische Prinzip Freundschaft

Obwohl gleich alt (Ende 40) und aus den Nachbarortschaften Leithaprodersdorf und Wimpassing, lernten sich Graf und Lackinger zufällig bei einem Live-Konzert kennen. Die Chemie stimmte, seit fünf Jahren gehen die Beiden gemeinsam auf Tour. „Die Zuschauen hören genau, ob sich die Musiker verstehen“, betont Graf das Prinzip Freundschaft in der Musik. Familie darf dabei auch nicht fehlen, die kommt immer gern mit, auch wenn die Teenager-Kinder nicht viel mit Elvis und Johnny Cash anfangen können. Der Umweltanwalt ist nachsichtig: „Ich hätte mir auch nie gedacht, dass ich das mal spielen werde.“

Auch wenn Lackinger über seine Musik spricht, spürt man in jedem Wort Begeisterung. Mit seiner Musik ist – wie die glatte schwarze Gelfrisur des Wimpassingers bereits erahnen lässt – vor allem Elvis Presley und Johnny Cash gemeint. Der 49jährige macht Tribute Shows und zu seinem Repertoire zählen neben den genannten Rockstars auch Dean Martin und Peter Alexander.

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Christian „Lucky Dean Luciano“ Lackinger mit Umweltanwalt Michael Graf gemeinsam vor einem Auftritt beim Schloss.

„Schon als Schüler war ich musikbegeistert und spielte in einer Band. Meine zweite Leidenschaft war damals allerdings der Tennissport, dem ich nach meiner schulischen Karriere mehr Aufmerksamkeit widmete als der Musik“, erzählt Lucky über seine musikalischen Anfänge. „Einige Jahre später hat ein guter Freund irgendwann zu mir gesagt, ich soll das mit der Musik doch ordentlich machen und so startete ich mit den ersten Auftritten.“

Bei einem solchen frühen Fest im privaten Rahmen wurde er dann auch gefragt, ob er nicht bei einer Show im Magna Racino auftreten möchte. „Natürlich habe ich eine Band, sagte ich der Dame, als sie mich danach gefragt hatte. Ich hatte aber keine, also musste ich schnell Leute auftreiben, die mit mir auftreten wollen“, lachte er im BVZ Gespräch. „Mit Michael Graf, seines Zeichens Umweltanwalt des Burgenlands fand ich einen kongenialen Partner, der mit mir die verschiedenen Shows entwickelt.“

Dass Lucky bereits die Wirkungsstätten von Elvis Presley in den USA besucht hat, versteht sich von selbst. „Im Rahmen der Elvis Tribute Artist Championships in Las Vegas durfte ich 2014 mit D.J. Fontana, dem Schlagzeuger von Elvis spielen und viele andere Stars aus seinem Umfeld kennenlernen.

Jetzt kennt man in den USA das Burgenland

Die Organisatoren haben sich gewundert, dass da ein Österreicher kommt und hatten noch nie etwas vom Burgenland gehört. Also erzählte ich ihnen, dass es sich um das „Land of Castles“ handelt, dass es mit seinen Rotweinen das Nappa Valley Österreichs ist und obendrein noch Austria‘s Surfer Paradise.“ Spätestens als der weit gereiste Burgenländer dann noch den Einzug ins Halbfinale bei dem mit 15.000 Dollar dotierten Wettbewerb schaffte, staunten die Juroren nicht schlecht.

Für Lucky steht bei jeder seiner Performances Authentizität an erster Stelle. „Man muss den Charakter, die Aussprache und vieles mehr studieren, Biographien lesen, Bild-, Ton- und Videomaterial sichten und auf kleinste Nuancen achten. Johnny Cash zum Beispiel setzt beim Singen oft nicht ganz genau am Punkt ein, sondern etwas später. Genau diese Details sind enorm wichtig und die Fans spüren das. Da gehört auch eine ganze Menge Schauspielerei dazu.“

Für die Elvis Shows lässt sich Lucky die Kostüme bei B&K Enterprises, den Originalschneidern von Presley, maßschneidern und aus den USA schicken. Bei den Auftritten, nimmt er darin pro Abend rund zwei Kilo ab, weil diese bis zu 10 kg schwer sind und es darin extrem heiß wird.

Das Wort „Imitator“ hört man in der Szene übrigens ungern: „Wir sind ,Tribute Artists‘ und möchten auch gerne als solche bezeichnet werden“, beschreibt Lucky den richtigen Terminus. Davon, dass der Tribut den Musiklegenden mehr als gerecht wird, kann man sich am 22.11. bei „A Date with Elvis“ im KUZ Oberschützen überzeugen. Außerdem spielt Lucky am 28.12. eine Peter Alexander Show im Eisenstädter Henrici, wo mit Udo Jürgens auch etwas Neues von ihm zu hören sein wird.