Familypark St. Margarethen feiert 50-jähriges Jubiläum. Was als "Märchenwald" im kleinen Rahmen begonnen hat, lockt inzwischen Massen ins Nordburgenland.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. März 2018 (11:02)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Familypark
Der Familypark bietet auf 145.000 m² zahlreiche Attraktionen für alle Altersstufen.
Familypark

Der Familypark in St. Margarethen als größter Freizeitpark Österreichs hatte im Jahr 2017 über 620.000 Besucher, erklärte Lisa Wagner-Körmendi, Leiterin Marketing und Vertrieb. Mit Saisonbeginn diesen Samstag startet der Themenpark der M. Müller GmbH sein 50-jähriges Jubiläum.

Gegründet wurde der "Märchenwald" im Jahr 1968 von Erwin Müller, einem Vorarlberger Steinmetz, der ursprünglich im Römersteinbruch in der Gemeinde arbeiten wollte. Die damaligen Attraktionen beschränkten sich auf Märchenfiguren und Tiere. 1984 übernahm Müllers Sohn Mario den Betrieb, den er nach wie vor mit seiner Frau Ulrike Müller führt.

Die Umwandlung zum Themenpark begann in den 1990er-Jahren. Für einen zusätzlichen Anstoß habe der EU-Beitritt 1995 gesorgt, erklärte Wagner-Körmendi. Die Förderungen hätten den Ausbau beschleunigt. Nach einigen Umbenennungen erfolgte 2010 schließlich die Taufe auf Familypark.

Umsatzzahlen wollte das Unternehmen nicht bekanntgeben. Allein für das Jubiläumsjahr seien rund sechs Millionen Euro investiert worden, berichtete Wagner-Körmendi. Dies entspreche dem Durchschnitt von vier bis sechs Millionen Euro Investitionen pro Jahr.

Über die Jahre lockten nicht zuletzt auch die spektakulärer werdenden Attraktionen wie die Hochschaubahnen "Götterblitz" und "Rattenmühle" vermehrt Gäste an. Freute man sich vor zehn Jahren noch über erstmals mehr als 300.000 Besucher pro Saison, so verzeichnete der Park 2016 mit rund 633.000 Besuchern vorerst einen Höchststand. Zum Vergleich: Die Seefestspiele im nahegelegenen Mörbisch am See zählten in der Saison 2017 112.300 Operettenfreunde.

Laut Wagner-Körmendi sind drei Viertel der Gäste Österreicher, der Rest sind vor allem Ungarn und Slowaken. Im Sommer würden durchschnittlich rund 5.000 Menschen pro Tag in das Freizeitparadies kommen. Die reguläre Saison beginnt meist zu den Osterferien und läuft bis Oktober, wird aber durch Sonderöffnungstage zu Halloween sowie zur Weihnachtszeit verlängert.

Das Areal umfasst inzwischen mehr als 145.000 Quadratmeter. Flächenmäßig sei man damit in Österreich der größte Freizeitpark, erläuterte die Vertriebsleiterin. Mit dem Wiener Prater wolle man sich nicht vergleichen, da dieser in die Kategorie Vergnügungspark falle.

Für die Zukunft will das Unternehmen, das Mitglied beim Verband Deutscher Freizeitparks ist, weiter wachsen. Die Familie Müller habe sich dazu bereits umliegende Grundstücke gesichert, sagte Wagner-Körmendi. Da der Park aber im Schutzgebiet liege und über eine Bezirksgrenze verlaufe, sei dies nicht immer einfach.

Zur Zielgruppe gehören vor allem Buben und Mädchen im Kindergarten- und Volksschulalter. Es würden aber auch Jugendliche bis zu 17, 18 Jahren in den Park kommen. Eine Konkurrenz durch Computer und Tablet sieht die Vertriebsleiterin nicht. Der Park biete die Möglichkeit einmal abzuschalten. "Wir sind das Alternativprogramm zum Tablet", sagte Wagner-Körmendi.