Das Haus der Begegnung früher und heute. Das Haus der Begegnung am Oberberg blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück und durchlief einige Veränderungen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. März 2020 (05:12)
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Das Gebäude des Hauses der Begegnung war anfangs ein Armenhaus. Bereits 1698 ließ der Fürst ein Pflegeheim errichten, in dem Franziskanerpatres und Laienbrüder untergebracht wurden, denen die Aufsicht der Bauarbeiten am Kalvarienberg übertragen wurde. Da unmittelbar mit der Fertigstellung des Kalvarienberges mit der Kapelle Maria Einsiedeln im Jahre 1705 ein Pilgerstrom einsetzte, wurde das Pflegeheim in ein Kloster umgewandelt. Die Franziskaner begannen jedoch 1758, ein zweites, deutlich größeres Franziskanerkloster zu bauen. 1787 wurde das Kloster wegen der Reformen durch Joseph II. aufgelöst.

Ab 1794 war darin die Schlosspropstei, die Normalschule mit zwei Klassen und die Wohnung des Schulmeisters untergebracht. Zudem bot es Raum für ein herrschaftliches Wirtshaus („Goldener Engel“).

Während des Ersten Weltkriegs kamen in dem Haus Soldaten unter, nach dem Krieg besetzten im Zuge der Begründung des Burgenlandes vorübergehend Freischärler das Gebäude.

1933 kam das Knabenseminar in das Haus. Während der NS-Zeit war ein Schülerheim untergebracht. In der Nachkriegszeit errichteten die Sowjets in dem Haus eine Kulturabteilung.

Von 1946 bis 1950 waren mehrere Räume an die burgenländische Handelskammer vermietet, der größere Teil der Räumlichkeiten war für die Freiwillige Feuerwehr und die Katholische Lehrerbildungsanstalt reserviert. 1963 übergab Fürst Paul V. Esterházy das Haus der Diözese Eisenstadt. Diese ließ das Gebäude ab 1967 sanieren. Nach Abschluss der Sanierung bestimmte Diözesanbischof Stefan Laszlo per Dekret vom 15. August 1969 den Namen des Gebäudes mit „Haus der Begegnung“, am 11. November 1969 erfolgte die feierliche Segnung.

Erneuerung zum 300-sten Geburtstag

In diesem Gebäude wurden auch 20 Jahre lang bis zur Eröffnung der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt im Jahr 1968 die Kurse der Feuerwehr abgehalten. 1997 und 1998 erfolgte eine Restaurierung und Erneuerung von Grund auf.

Am 7. November 1998 segnete Bischof Dr. Paul Iby das Haus und übergab es seiner Bestimmung als Bildungs- und Kommunikationszentrum.

Von September bis Juni wird seit 2014 das Gebäude als Studierendenheim genutzt, in den Sommermonaten wird auf Hotelbetrieb umgestellt.

Das umfassende Bildungsangebot des Hauses deckt sowohl religiös-theologische als auch gesellschaftswissenschaftliche Themenfelder ab. Darüber hinaus gibt es künstlerische und kulturelle Angebote von Ausstellungen bis hin zu Konzerten.

Im November 2019 wurde das 50-jährige Bestehen als Haus der Begegnung gefeiert.