Eisenstadt: Neuer Polit-Streit um Wien-Direktzug. Schleife Eisenstadt-Müllendorf ist Teil eines Gesamtprojektes der ÖBB, um die Linie zu attraktivieren. Wann sie umgesetzt wird, hängt allerdings noch vom Bundesministerium ab.

Von Doris Fischer und Markus Wagentristl. Erstellt am 22. Oktober 2020 (05:55)
Ausbau. Durch den Bau der Schleife Eisenstadt-Müllendorf sollen Fahrgäste schneller und direkt in Wien sein,
Symbolbild: Bilderbox

In nur 45 Minuten von Eisenstadt nach Wien – möglich soll das durch den Bau der jahrelang viel diskutierten Schleife Eisenstadt-Müllendorf sein. So das Versprechen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Wann das Projekt umgesetzt wird, kann laut ÖBB zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Denn: „Derzeit ist für das Projekt das eisenbahnrechtliche Bauverfahren im Gange. Die Umsetzung des Projektes ist vom Zeitpunkt der Genehmigung des Bescheids durch das Bundesministerium für Klimaschutz und Mobilität (BMK) abhängig“, lässt ÖBB-Sprecher Daniel Pinka auf BVZ-Anfrage wissen und ergänzt: „Von unserer Seite wird das Projekt bereits seit Jahren geplant.“

Genau genommen geht es um die Errichtung einer 2,4 Kilometer langen Verbindungsschleife zwischen Eisenstadt und Müllendorf, die eines von drei Teilprojekten (Schleife Müllendorf, Schleife Ebenfurth und Pottendorfer Linie) ist. Durch die Umsetzung sollen Fahrgäste nicht nur in 45 Minuten öffentlich von Eisenstadt nach Wien kommen – sondern auch direkt. Ein Umsteigen ist dann für die Eisenstadt-Pendler nicht mehr erforderlich.

Den ÖBB-Planungen zufolge soll in die 2,4 Kilometer lange Verbindungsschleife das Stellwerk Wulkaprodersdorf eingebunden werden. Weiters wird von einer Neuerrichtung einer Haltestelle Wulkaprodersdorf Nord inklusive einer Park&Ride-Anlage gesprochen. Als eine weitere Maßnahme wird die Verlegung der Landesstraße B16 und B50 sowie die Zusammenführung der beiden Straßen in einem Kreisverkehr über der Eisenbahn geplant. Zusätzlich soll eine Wegbrücke über die Schleife sowie die Auflassung der Eisenbahnbrücke kommen.

ÖBB-Kritik aus Land und Gemeinde

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) kritisiert das Projekt, das auch von der Bevölkerung skeptisch gesehen werde: „Wir wollen eine effizientere Lösung in Form eines Verkehrsknotenpunkts im nördlichen Burgenland und eine Streckenführung, mit der man in rund einer halben Stunde mit dem Zug von Eisenstadt nach Wien kommt. Nur so wird die Bahn auf Dauer eine attraktive Alternative zum Auto“, so Dorner.

Gespräche zu konkreten Vorschlägen des Landes über eine mögliche Streckenführung laufen. Diese Strecke soll laut ÖBB über Wulkaprodersdorfer Hotter führen. Dort ist man skeptisch: „Ja, wir liegen an einem Verkehrsknoten, aber was hier mittlerweile gebaut und geplant wird, das ist zu viel. Umwelt und Einwohner halten das nicht mehr aus“, warnt Bürgermeister Fritz Zarits (ÖVP). Wo sich alle einig sind: Der Bau der Schleife Ebenfurth bis 2028 ist eine Zeitersparnis und damit Erfolg.