Debatte nach Ausschreibung: Mindestlohn im Dorf?. In Oggau wird ein neuer Gemeindearbeiter gesucht. Die ÖVP um Vize-Bürgermeister Peter Eibl übte Kritik an der Ausschreibung.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 19. Februar 2020 (04:53)
Vize-Bürgermeister Peter Eibl (ÖVP, links) wunderte sich über die Ausschreibung. Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ) weist die Kritik der ÖVP zurück.
Peter Wagentristl/BVZ

Nachdem Langzeit-„Gmoahackler“ Rudolf Grassl in Pension geht, sucht man in Oggau einen neuen Gemeindearbeiter. Die Ausschreibung sorgte bei der ÖVP um Vize-Bürgermeister Peter Eibl allerdings für Spott und Kritik an Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ).

Vize-Bürgermeister Peter Eibl (ÖVP) wunderte sich über die Ausschreibung.
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Der Ortschef, seit Wochenbeginn auch Landtagsabgeordneter, „forderte im Wahlkampf einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto. Wenige Wochen später sucht er nun einen Mitarbeiter und will nur 2.023 brutto (etwa 1.500 netto) zahlen.“ Dabei gehe es sogar um einen Facharbeiter, und nicht wie bei einigen Landesbediensteten um Hilfsarbeiter. Auch in der Gemeinde habe der Ortschef den Mindestlohn gefordert, so Eibl.

Der Kritik kann Bürgermeister Schmid nichts abgewinnen: „Da geht es um die Besoldung in der Gemeinde, das ist etwas anderes.“ Er wisse nicht, wo er je den neuen Mindestlohn für Landesbedienstete auch für Angestellte der Gemeinden gefordert hätte.

Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ) weist die Kritik der ÖVP zurück. WP
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Wenn das Gesetz auch auf Gemeindeebene heruntergebrochen wird, werde man das natürlich auch im Ort so handhaben. Aber: „Zuerst soll der Mindestlohn auf Landesebene Fuß fassen und dann soll man sich das auf Gemeindebene ansehen“, so der Ortschef. „Die Gemeindverbände sollen hier mit eingebunden werden.“

Über die Bestellung des neuen Gemeindemitarbeiters wird heute, Mittwoch, auf der Gemeinderatssitzung diskutiert und abgestimmt werden. Bisher gebe es fünf Bewerbungen für den Job.