Katzenasyl verbrannt: War es Brandstiftung?. In Oggau brannte Anfang Oktober das Katzenasyl von Bernadette Sallmutter zu Grunde. Vermutlich wurde das Feuer gelegt.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 01. November 2019 (06:23)
zVg

Seit über zehn Jahren kümmert sich Bernadette Salmutter um ausgesetzte Katzen in ihrem Dorf. Auf einem Grundstück der Urbarialgemeinde pflegte und fütterte sie bis zu 20 streunende Katzen, die ohne sie „nicht überleben würden“.

Sie ließ die Katzen kastrieren und steriliseren, die Kosten dafür übernahm die Gemeinde. Diese ist gesetzlich dazu verpflichtet, Streunerkatzen zu kastrieren, um unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Um es den Katzen gemütlich zu machen, hat Frau Sallmutter ihnen auf eigene Kosten einen Unterschlupf gebaut. Die Erlaubnis der Grundbesitzer hatte sie dafür — offensichtlich aber nicht die Zustimmung eines Katzenhassers. In der Nacht auf ersten Oktober ging der Katzenunterschlupf in Flammen auf. Eine polizeiliche Bestätigung gibt es dafür nicht, in der Gemeinde geht man aber von Brandstiftung aus. „Die Polizei ermittelt noch“, so Bürgermeister Thomas Schmid gegenüber der BVZ. Auch für ihn sieht es „eher nach Brandstiftung aus“.

„Glück, dass nicht noch mehr gebrannt hat“

Auf dem Grundstück gibt es keine Stromleitungen oder sonstige mögliche Ursachen für einen Brand, wie auch ein Lokalaugenschein ergab. Brennbares Material gibt es in der Nähe des Oggauer Katzenasyls allerdings reichlich: Der Grund der Urbarialgemeinde wird zu einem beträchtlichen Teil für die Lagerung von Holz verwendet. „Für mich ist das unverständlich, zum Glück hat nicht mehr gebrannt“, so Schmid. Glücklicherweise war es an diesem Tag windstill, die Flammen griffen so nicht auf die benachbarten Holzlager über, auch dank schnellen Eingreifens der Feuerwehr. „Ich verstehe nicht, wie man so etwas machen kann. Wenn etwas stört, kann man doch darüber reden“, so Schmid.

Gespräche gebe es nun auch mit Tierschutz-Ombudsfrau Gabriele Velich. Auch in der Gemeinde suche man nach einem alternativen Standort für das Katzenasyl. „Ich habe von meiner Seite alles mögliche gemacht. Derzeit haben wir noch nichts Passendes gefunden, aber die Suche geht weiter“, so Schmid. Der Ortschef räumt aber auch ein, dass es einige Beschwerden über den Unterschlupf zwischen Kläranlage und Musikerheim gab. „Anrainer haben beklagt, dass die Katzen auf ihr Holz urinieren und damit Geruchsbelästigung einhergeht“, schildert Bürgermeister Schmid die Kritik der Gegenseite.

Neuer Standort für Katzenasyl gesucht

Für Bernadette Sallmutter ist die vermutliche Brandstiftung natürlich belastend. Zehn Jahre hat sie Zeit und Geld in „ihre“ Katzen investiert, „ich bin natürlich gekränkt. Wie kann jemand so etwas machen? Es war ein Glück, dass nicht noch mehr gebrannt hat und keine Katze dabei ums Leben kam“, ist die Tierliebhaberin heute noch mitgenommen.

Die Beschwerden über die Katzen sind ihr teilweise bekannt, sie betont aber: „Ohne mich würden sie sterben, was soll ich machen? Ich lasse alle kastrieren und kümmere mich um die Katzen, die von anderen ausgesetzt werden. Trotzdem wird mir fälschlicherweise vorgeworfen, dass ich die Katzen ja selber züchte“, so Sallmutter. Außerdem stinke kein einziges ihrer Tiere, wie oft behauptet wird.

Mittlerweile gibt es nur noch neun Katzen, „alle davon kastriert“. Die Tierliebhaberin hofft nun auf eine baldige Lösung für ihre Katzerl, möglichst in der Nähe des alten Platzes.