Kindergarten: Sanierung oder Neubau?. Wegen Feuchtigkeit und Schimmelgefahr werden die Wände im Kindergarten in Oggau saniert. Die Freie Bürgerliste (FBL) fordert den Neubau, die ÖVP einen Kostenvergleich.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 27. Juni 2019 (05:57)
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Eigentlich verlief die Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien zwischen den drei Fraktionen (ÖVP, SPÖ, FBL) relativ harmonisch. Nur beim Thema Kindergarten prallten die Meinungen aufeinander. Auslöser waren Beschwerden über Schimmelgeruch im Kindergarten der Gemeinde. Ein daraufhin beauftragter Sachverständiger stellte schließlich fest, dass die feuchten Wände dringend sanierungsbedürftig sind. Allen drei Parteien war klar, dass gehandelt werden muss — bis dahin war man sich noch einig.

Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ)spricht sich gegen einen Neubau aus, da dafür die finanziellen Mittel nicht ausreichen.
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Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ) setzt auf eine Sanierung der wassergeschädigten Wände: „Der Sachverständige hat festgestellt, dass die Mauern erhaltenswert sind. Wir werden wie empfohlen die Rückwände trockenlegen, sanieren und anschließend thermisch isolieren.“

Anders sieht das die Opposition im Ort. Bei der Freien Bürgerliste (FBL) fordert Josef Graszl einen Neubau: „Der Kindergarten soll nicht notdürftig saniert werden, ein Neubau wäre sinnvoller. Das Geld dafür wäre da.“

Frage des Geldes oder der Prioritäten?

Auch mit der Vorgehensweise von Ortschef Schmid ist Graszl nicht einverstanden. Er kritisiert, dass er dem Gemeinderat das Gutachten nicht vorgelegt und keinem weiteren Sachverständigen zugestimmt habe.

Gemeinderat Josef Graszl (FBL)fordert einen Neubau des Kindergartens und kritisiert das Vorgehen des Bürgermeisters.
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Schmid widerum kann der Kritik nicht viel abgewinnen: „Alle Fraktionen wurden vor der Sitzung über den Inhalt und das Fazit des Experten informiert.“ Das Gutachten selbst gebe er aber nicht aus der Hand, das sei absolut nicht üblich: „Das macht man nicht.“

Vize-Bürgermeister Peter Eibl (ÖVP)will einen Kostenvergleich zwischen Neubau und Sanierung erstellen lassen.
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Vize-Bürgermeister Peter Eibl (ÖVP) hätte ebenfalls gerne einen weiteren Gutachter, der einen Kostenvergleich zwischen Sanierung und Neubau erstellt, „nicht, dass die Sanierung dann doch so viel kostet wie ein Neubau.“ Eibl glaubt zudem nicht, dass es am Geld scheitert: „Das ist eher eine Frage der Prioritäten.“ Zunächst hofft Eibl aber, dass die Aufgaben schnell vergeben werden. Bisher sei noch keine passende Firma für die notwendigen Arbeiten am Mauerwerk gefunden worden.

Letztlich stimmte die Oppostion dem SPÖ-Antrag auf Sanierung aber zu, da alle drei Parteien akuten Handlungsbedarf sehen. Auch wenn die Diskussion weitergeht, scheint die Sache gelaufen. Das letzte Wort hat aber Bürgermeister Schmid, dort bleibt man dabei: „Wir bauen keinen neuen Kindergarten, ich muss mich nach meinen finanziellen Möglichkeiten richten.“ Die Kosten eines Neubaus schätzt er auf etwa zwei Millionen, die Sanierung dagegen solle „nicht die Welt kosten.“