Matthias Siess: Ein echter Adabei

Der Oggauer Wein-Promi feierte vor Kurzem seinen 60. Geburtstag. Die BVZ würdigt den Vielbeschäftigten mit einem Porträt.

Erstellt am 09. August 2021 | 06:48
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Familienfoto. Jubilar Matthias Siess — seit über 40 Jahren bei der Feuerwehr — mit Gattin Maria, Sohn Sebastian mit seiner Barbara und Tobias Siess mit Maria Sturm auf dem Tanzparkett in Oggau.
Foto: Wagentristl/Archiv

Wer im Burgenland auch nur peripher mit Weinbau zu tun hat, kennt wohl den umtriebigen Winzer Matthias Siess. Die Liste seiner Funktionen und Ämter ist nahezu endlos lang. Eine kleine Auswahl: Obmann Wein Burgenland, Lagerhaus Aufsichtsratvorsitzender, Mitglied des Weinbau-Präsidiums, Ökonomierat, Wirtschaftskammer-Funktionär — bis hin zum Oggauer Bauernbund und Alpenverein.

Letzterer ist für Siess als Oggauer Original eine besondere Herzensangelegenheit : „Wir haben im Ort bekanntlich auch das niedrigste Gipfelkreuz Österreichs auf 211 Metern Seehöhe. Optisch ist es dem Kreuz am Großglockner nachempfunden. Wir haben extra einen drei Tonnen schweren Stein anliefern lassen“, erzählt der pannonische Alpinist.

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Ein weiteres Schmankerl: Siess ist auch Ehrenpräsident des Clubs der Hobbyköche. „Das ist spitze: Wir treffen uns ein-, zweimal im Jahr und kochen ein mehrgängiges Menü. Dazu gehört natürlich auch die passende Weinbegleitung“, schildert er das kulinarische Vergnügen.

Hinzu kommt natürlich noch sein Weingut MAD. „Da machen die Burschen — meine Söhne Sebastian und Tobias — aber mittlerweile 80 Prozent der Arbeit“, freut sich Siess über den fleißigen Nachwuchs. Ohne sie würde ihm die Zeit für die vielen Tätigkeiten fehlen.

Ein Sommerdrink als unerwarteter Erfolg

Eines der größten Anliegen für die Zukunft ist für Siess die Förderung des Wein-Tourismus im Burgenland. Lobend erwähnt er dabei den neugegründeten Verein Weintourismus Burgenland um Doskozil-Büroleiter Herbert Oschep. „Wir haben ausgezeichnete Winzer, hervorragende Heurigen und tolle Vinotheken. Es mangelt aber an der gemeinsamen Bewerbung und Vermarktung“, analysiert der ausgewiesene Experte. Das „Gesamtpaket Burgenland“ gelte es in die Welt zu tragen. Aber nicht nur: „Genauso wichtig ist es, den Burgenländern die heimische Wein-Vielfalt näherzubringen. Es bringt nix, wenn man nur ausländische Märkte bedient, dafür aber die Wertschätzung vor Ort fehlt“, denkt der Winzer lokal und international. Das erfolgreichste Experiment in Siess‘ Karriere war aber zweifellos der Sommerdrink „Madini“. Begonnen habe man mit einem Testlauf mit 1.000 Flaschen für das hauseigene Lokal „Herztröpferl“. Die Nachfrage schoss förmlich durch die Decke, mittlerweile füllt man jährlich knapp 200.000 Flaschen ab und verkauft sie auch in eigenen Automaten.