Schichtwechsel beim Verein „Dorfblick“

Erstellt am 30. Januar 2022 | 03:04
Lesezeit: 3 Min
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Sonnenschein. Michael Leberl übergibt seine beliebte, wöchentlichen Berichte über das St. Georgener Dorfleben an Maria Steurer, Franziska Wind und Eveline Kopp.
Foto: Kaiser
Urgestein Michael Leberl ist bekannt für seine wöchentlichen Rückblicke in der BVZ aufs St. Georgener Dorfleben. Jetzt übernehmen die „Dorfblick-Damen“.
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Seit 14 Jahren blickt die St. Georgener Legende Michael Leberl jede Woche in der BVZ auf das Dorfleben seiner Kindheitstage zurück. Aber jede Ära geht einmal zu Ende, auch, wenn es noch so schön war.

In Leberls Fußstapfen treten nun die drei Damen des Vereins „Dorfblick St. Georgen – Verein zur Aufarbeitung des dörflichen Lebens gestern, heute und morgen“: Maria Steurer, Franziska Wind und Eveline Kopp. Obmann Erich Kummer bedankt sich bei Michael Leberl und wünscht den Damen viel Erfolg für den Neustart.

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Die Dorfblicker. Joe Rauchbauer, Dominikus Stiglitz, Erich Kummer, Friedrich Ehrenreiter, Maria Steurer, Michael Leberl, Hermann Höld, Edi Hahnekamp, Franziska und Josef Wind, Eveline Kopp, Herbert Zechmeister (vl.n.r.).
Foto: BVZ

Das Miteinander ist immer noch da. Wenn man Hilfe braucht, bekommt man von den Nachbarn alles – bis hin zum Traktor.

„Dorfblick-Trilogie“ hochmotiviert

„Ich werde mir genau anschauen, was die Damen zusammenbringen“, verrät Leberl der BVZ augenzwinkernd. Und er hat gut zwinkern – die „Dorfblick-Trilogie“, wie sich die Damenrunde selbst gerne nennt, ist bis in die Zehenspitzen motiviert.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, verrät Kopp, die eigentlich aus Eisenstadt kommt, in St. Georgen aber mit offenen Armen aufgenommen wurde. Lange war Maria Steurer ja die einzige Frau im Verein. Erich Kummer, der Obmann, ist auch ihr Nachbar, hatte sie anlässlich des 700 Jahre St. Georgen-Fests im Jahr 2000 angesprochen, ob sie nicht mitmachen wolle. Sie blieb aber nicht lange alleine, denn dann kam „Fanny“. „Allein unter Männer ist es ein Jammer“, lacht Franziska „Fanny“ Wind.

„Wir sind für die Kulinarik im Verein verantwortlich“, beschreibt Steurer ihr Ehrenamt. „Und gemeinsam mit dem Vorstand der Motor des Vereins“, legt Kopp nach. Tatsächlich: Wichtige Initiativen zur Finanzierung des Vereins, aber auch zu seiner Bekanntmachung, gingen von den Frauen aus. „Wir konnten jetzt ja aufgrund der Pandemie keine Feste machen, also haben wir den Kalender erfunden“, erklären die drei.

Zu diesem kommen die „Bausteine“, wie etwa ein Flaschenöffner, ein Jausenbrett, ein Taschenmesser oder verschiedene Akazienskulpturen. Mit ihrem Kauf unterstützt man die Renovierung des „Weinbauarchivs“, ein denkmalgeschütztes altes Presshaus am Kirchplatz. Dieses Stückchen St. Georgener Dorfgeschichte will der Verein für die Nachwelt erhalten.

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Schichtwechsel. Obmann Erich Kummer und Bernhard Rauchbauer bedanken sich bei Michael Leberl für seinen Einsatz.
Foto: Kaiser

Die Nachwelt, die hat sich nämlich grundlegend geändert. „Früher hatten wir zehn Heurigen, heute sind es vier und zwei PopUp-Heurige. Geschäfte gab es damals mehr, jetzt haben wir nur noch den Jagenbrein Pepi, der unseren Verein sehr unterstützt“, denken die drei Damen zurück: „Die Straßen waren vielleicht nicht asphaltiert und die Kinder den ganzen Sommer barfuß, aber der Zusammenhalt im Dorf – der war unbeschreiblich.“

Die Straßen sind jetzt asphaltiert, spielen kann man aber nicht mehr auf ihnen, dazu fahren nun zu viele Autos durch St. Georgen. Aber immerhin: „Das Dorf gibt es noch und das Miteinander ist auch immer noch da. Wenn man Hilfe braucht, bekommt man von den Nachbarn alles – bis hin zum Traktor.“

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