Ariane Schrauf zeigt Kampfgeist am Rad

Ariane Schrauf aus Oslip radelt mit ihrem Team durch Österreich. Radsport ist für sie nicht nur Leidenschaft, sondern auch Therapie.

Peter Wagentristl
Peter Wagentristl Erstellt am 12. August 2021 | 04:33
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Hart im Nehmen. Ariane Schrauf bei der Vorbereitung.
Foto: zVg

Ariane Schrauf leidet an Sklerodermie. Diese seltene Autoimmun-Bindegewebserkrankung hat Verhärtungen der Haut und in manchen Fällen auch anderer Organe zur Folge. Sklerodermie ist nicht heilbar und der Krankheitsverlauf lässt sich bloß mithilfe von Medikamenten oder spezialisierter Rehabilitation verlangsamen.

Von ihrer Diagnose ließ sich die Osliperin aber nicht unterkriegen, sondern begegnete ihr mit Kampfgeist und Ausdauer — auch am Fahrrad. Ihre neugewonnene Leidenschaft für Rennradfahren führt Schrauf nun auf eine Runde durch ganz Österreich. Entlang der Grenze gilt es für sie und ihr Team beim Race around Austria insgesamt 2.200 Kilometer abzuspulen.

Unterwegs ist sie mit Martin Karall, Siegbert Filzmoser und dem Eisenstädter Christian Gemmato. Mit ihnen hat sie auch den Verein „Ariane – Verein zur Förderung des Sports als Medizin“ gegründet. Als Quartett wechseln sie sich beim Ultraradmarathon ab. Als zusätzliche Challenge haben sie für die Österreich-Runde nur 92 Stunden Zeit.

„Das Team und die Unterstützer sind spitze. Alle helfen zusammen. Teilweise bin ich echt zu Tränen gerührt.“ Ariane Schrauf aus Oslip radelt durch Österreich.

Die BVZ erreichte Schrauf beim Vorbereiten der Fahrräder für die Tour. „Wir sind startklar“, erklärt sie am Dienstag — einen Tag vor dem Start der großen Tour. Nicht nur das Material passt, auch die Form stimmt die Osliperin zuversichtlich. Ihren professionell ausgearbeiteten Trainingsplan habe sie konsequent eingehalten. „Wir haben Stärken und Schwächen analysiert und das Training entsprechend angepasst. Es hat mich definitiv weitergebracht“, ist die Rad-Enthusiastin stolz.

Besonders schwer werden ihrer Einschätzung nach die ersten 600 Kilometer nach dem Start in St. Georgen im Attergau. Nach 2.200 Kilometern gelangen die Radler schließlich wieder im Attergau ins Ziel. „Zu Beginn geht es in 33 Stunden ins steirische Halbenrein. Das ist sicher eine Herausforderung“, ist Schrauf gut vorbereitet.

Start der Tour war am Mittwoch um 19 Uhr (nach Redaktionsschluss). Bereits heute, Donnerstag, zwischen 17 und 19 Uhr, kommt das Quartett im Burgenland an. „Wir fahren über Rust und St. Margarethen über Siegendorf Richtung Süden. Rust wird natürlich ein besonderes Highlight — da bin ich ja fast zuhause“, erklärt sie vorfreudig. Für ihre Ankunft in der Storchenstadt haben sich bereits zahlreiche Unterstützter angekündigt. „Ich schätze, da werden bis zu 80 Leute anfeuern kommen. Die Leute reden mich schon seit drei Wochen darauf an“, freut sich die Osliperin auf die Tour durch die Heimat.

Generell sei die Stimmung im Team und bei ihren zahlreichen Unterstützern „spitze. Alle helfen zusammen. Teilweise bin ich echt zu Tränen gerührt“.