Radfahren ist für Ariane Schrauf wie eine Therapie

Ariane Schrauf aus Oslip lässt sich von ihrer Krankheit nicht unterkriegen: Sie fand im Radsport einen „therapeutischen Effekt“, auch einen Verein hat sie dazu gegründet.

Erstellt am 28. März 2021 | 04:55
Radfahren als Therapie
Im Sattel. Christian Gemmato, Ariane Schrauf, Siegbert Filzmoser, Martin Karall radeln gemeinsam für „Ariane — Verein zur Förderung des Sports als Medizin.
Foto: zVg.

Ariane Schrauf leidet an Sklerodermie. Diese seltene Autoimmun-Bindegewebserkrankung hat Verhärtungen der Haut und in manchen Fällen auch anderer Organe zur Folge. Sklerodermie ist nicht heilbar und der Krankheitsverlauf lässt sich bloß mithilfe von Medikamenten oder spezialisierter Rehabilitation verlangsamen. Doch Ariane fand einen anderen Weg mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Seit ihrer Diagnose entwickelte die Osliperin eine Faszination für den Rennradsport, dem sie sich seither in ihrer Freizeit mit Begeisterung widmet. Der Sport bereitet ihr nicht nur Freude, sondern erlaubt es Ariane, der Krankheit eine Pause zu geben. „Ich will noch nicht heim“, lautet ihr Motto. „Der Sport hat mittlerweile durchaus einen therapeutischen Effekt“, erklärt Teamkollege Martin Karall.

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Im Sommer 2020 wagte sich Ariane Schrauf an ihre erste große „Challenge“ und umrundete gemeinsam mit Martin Karall Oberösterreich. „Mit ihrer Erkrankung ist das eine massive Leistung“, so Karall. Als nächstes nimmt das Team das „Race-Around-Austria“ ins Visier. Derzeit ist geplant, die 2.200-Kilometer-Strecke erst im Sommer 2022 in Angriff zu nehmen.

Ariane Schrauf selbst zeigt sich ebenso zuversichtlich: „Ich bin einfach glücklich dort hinfahren zu dürfen und, dass wir es geschafft haben, ein so großartiges Team zusammenzustellen. Es wird sehr anstrengend, doch ich weiß, dass ich in diesen 92 Stunden meiner Krankheit eine Pause gönnen kann und ich das für einen guten Zweck machen darf.“

„Aufgrund der Krankheit besteht ein gewisser zeitlicher Druck, deshalb haben wir kurzerhand beschlossen zwei weitere Freunde ins Boot zu holen und bereits dieses Jahr anzutreten“, erzählt Martin Karall. Die Wahl fiel auf den Pottendorfer Siegbert Filzmoser und den Eisenstädter Christian Gemmato – beides langjährige Freunde von Ariane und Martin.

Auch einen Verein haben Schrauf und ihre Kollegen gegründet: „Ariane — Verein zur Förderung des Sports als Medizin“. „Sämtliche Spenden sowie der Reinerlös aus den Sponsorenunterstützungen werden der Sklerodermie-Forschung zur Verfügung gestellt“, so Karall.

Von 11. bis 14. August wird sich Ariane Schrauf also ihren Wunsch erfüllen. Bis dahin laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, doch sie ist bereits jetzt ein Vorbild für alle Betroffenen, die mit dieser Erkrankung zu kämpfen haben.