Eisenstädter Kunstverein: Auf’s Warten warten

Im Eisenstädter Kunstverein treffen Samuel Beckett auf Corona sowie Künstlerinnen aus Bratislava und Wien aufeinander.

Erstellt am 07. Februar 2021 | 04:34
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Foto: BVZ

Kunst hört man im Burgenland, das ist aufgelegt wie aufgespielt am Wirkungsort von Joseph Haydn und Franz Liszt. Kunst sieht, liest und, ja, trinkt man hierzulande. Schon eher erklärungsbedürftig ist da die Performance-Kunst. Die sieht und hört und schmeckt man ja nicht zwangsweise. Und doch entsteht sie – wie bei anderen Kunstgattungen – in der Interaktion zwischen Mensch und Kunstwerk. Dieses Werk schaut im Falle der „It‘s not over till it‘s over“-Ausstellung im Eisenstädter Kunstverein wie ein Warteraum aus. Der ist leicht zu erkennen, spätestens bei der Uhr und der Aufschrift „Warteraum“ sollte der Groschen fallen. Was nach dem Fallen des Groschens passiert, das ist bereits die Kunst. Mehr braucht dazu im Vorhinein nicht gesagt zu werden, außer: Schauen Sie sich das an!

Die gebürtige Oggauerin Barbara Horvath führte in Eisenstadt das Wiener Künstlerinnen-Kollektiv „Club Fortuna“ (bestehend aus den Grazerinnen Nana Mandl und Sarah Sternat sowie der Frankfurterin Xenia Lesniewski) mit der Künstlerin Maja Štefančíková aus Bratislava zusammen.

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Eigentlich wollten die Künstlerinnen ja ein anderes Thema behandeln, mussten aber aufgrund der Corona-Maßnahmen darauf warten, performen zu dürfen. Und irgendwann wurde dann das Warten das zentrale Thema der Performance. Das hat etwas von Samuel Becketts „Warten auf Godot“, wo die Hauptprotagonisten auf etwas warten, ohne zu wissen worauf eigentlich. Der Unterschied liegt im Skript beziehungsweise dessen Nichtvorhandensein. Weder Gäste noch Künstlerinnen wissen, was passieren wird. Im schlimmsten Fall, bekommt halt wer eine Torte ins Gesicht (alles schon passiert), im wahrscheinlicheren Fall werden als gegeben angenommene Konzepte Raum und Zeit und Kunst hinterfragt.