Wulkaprodersdorf: Schüsse bei Verfolgung von Schlepper

Um einen flüchtenden Schlepper, der neun Flüchtlinge im Auto hatte, zu stoppen, gab Polizei Schreckschüsse ab.

Erstellt am 17. Dezember 2020 | 04:34
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Gefährlich. Schlepper lieferte sich Verfolgungsjagd mit der Polizei.
Foto: NOEN

Wilde Szenen spielten sich vergangenen Sonntag in Wulkaprodersdorf ab. Grund für den Polizeieinsatz war ein flüchtender Schlepper, der mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und alle Anhalteversuche durch Beamte der Autobahnpolizei Mattersburg ignorierte. Schließlich konnten ihn zwei Schreckschüsse stoppen. „Alleine die hohe Geschwindigkeit, mit der der mutmaßliche Schlepper unterwegs war, war eine Allgemeingefährdung“, stellt Landespolizeisprecher Helmut Marban fest.

Der Reihe nach: Am Sonntagmorgen beteiligten sich mehrere Polizeikräfte an einer Fahndung nach einem Schlepperfahrzeug aus dem Bezirk Oberpullendorf. Das Fahrzeug konnte kurz vor halb neun Uhr von einer Autobahnstreife auf der S31 Fahrtrichtung Mattersburg gesichtet werden. Im Zuge der Nachfahrt reagierte der Lenker weder auf das Haltezeichen und Blaulicht der Polizei, noch ließ er sich vom Rotlicht der Ampelanlage im Bereich der Autobahnabfahrt Mattersburg B50c/B50 von der Flucht abhalten.

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Die weitere Flucht führte mit weit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Eisenstadt. Der Schlepper verließ die B50 im Ortsgebiet von Wulkaprodersdorf, wo er das Fahrzeug anhielt und zu Fuß weiter flüchtete.

Der 29-jährige Schlepper konnte nach Verfolgung durch die eingesetzten Polizeikräfte und Ausübung von psychischem Zwang, durch Abgabe von zwei Schreckschüssen, angehalten und festgenommen werden. Der Täter wurde nach der Einvernahme in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die neun Flüchtlinge, die sich teilweise noch im Fahrzeug und in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges befanden, stellten alle einen Asylantrag und wurden in das Competence Center Eisenstadt überstellt.

Das Tatfahrzeug wurde sichergestellt und weitere polizeiliche Ermittlungen sind im Laufen.