Rettung für Schilfgürtel am Neusiedler See. Durch zu wenig Eis ist das Schilf im Schilfgürtel gefährdet – Experten wollen dem Schilfgürtel mit seinem Tierbestand helfen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 03. Oktober 2018 (10:53)
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Ein Ziel. Markus Brunner, Bernhard Kohler, Astrid Eisenkopf, Erwin Nemeth und Matthias Grün, Direktor der Esterházy Betriebe.
Bgld. Landesmedienservice

Der Schilfgürtel am Neusiedler See, rund 18.000 Hektar, ist zentrales Thema des nun vorgestellten Projekts „Entwicklung nachhaltiger Schilferntemethoden und Monitoring – Schilfgürtel Neusiedler See“.

In den letzten zehn Jahren gab es weniger Eis, weshalb die Schilfschneider gezwungen waren, mit ihren Erntemaschinen im Wasser zu fahren. Das könne zu Schäden an den Schilfwurzeln, zur Ausdünnung und letztendlich auch zum Absterben großer Schilfbestände führen. Das Land Burgenland, mit Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ), der WWF, BirdLife sowie die Esterházy Betriebe (als Grundbesitzer) und Schilfschneider suchen nun nach naturschonenden Erntemethoden.

„Der Schilfgürtel beherbergt eine unvergleichliche Vogelwelt, die Besucher aus ganz Europa anzieht."Landesrätin Astrid Eisenkopf

„Der Schilfgürtel beherbergt eine unvergleichliche Vogelwelt, die Besucher aus ganz Europa anzieht. Gleichzeitig ist er für die Regionalwirtschaft und den traditionellen Erwerbszweig der Schilfernte von großer Bedeutung. Wir haben deshalb im Rahmen des Programms Ländliche Entwicklung dieses Projekt gestartet“, stellt Landesrätin Astrid Eisenkopf fest. Es werden 300.000 Euro investiert.

„Weil sich das Schilf nicht mehr erholt, gehen wertvolle Lebensräume für Schilfvögel und Amphibien unwiederbringlich verloren“, erklärt Bernhard Kohler vom WWF Österreich, der das Projekt koordiniert. So sind etwa „bis zu 60.000 Brutpaare des Teichrohrsängers hier“, erklärt BirdLife-Vogelexperte Erwin Nemeth. Es ist eines der wichtigsten Einzelvorkommen dieser Vogelart in Europa.

Workshops sollen Lösungen bringen

Ab 3. Oktober finden drei Workshops mit Schilfschneidern und Grundbesitzern in Oggau statt. „Die Schilfbauern haben sich bereits Gedanken über schonende und nachhaltige Ernteverfahren gemacht. Ich hoffe auf konstruktive Diskussion“, so Schilfschneider Markus Brunner.