Eisenstadt: Betrunken gefahren und Unfall verursacht. Anfang Dezember 2018 hat die Weihnachtsfeier einer Elektrofirma mit einem schweren Verkehrsunfall in Eisenstadt geendet. Nun stand ein Mann vor Gericht.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. März 2019 (11:05)
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Werner Müllner

Ein 25-Jähriger hatte sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt und wollte vier Kollegen mit weit überhöhter Geschwindigkeit in die nächste Disco bringen. Der Lenker sowie drei Personen wurden schwer, eine weitere Person wurde leicht verletzt. Am Freitag stand der Mann vor Gericht.

"Ich habe Glühwein getrunken, etwa fünf bis sechs Becher", schilderte der wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagte Mann. "Wir wollten in die Disco fahren, Party machen." Obwohl der Weg von der Lokalität, wo die Feier stattfand, bis zur Disco nicht weit war, kamen die jungen Männer nicht an. Der 25-Jährige soll in einer 50er-Zone mit etwa 120 km/h in der Nacht, bei winterlichen Fahrverhältnissen und mit 1,28 Promille Alkohol im Blut über eine lang gezogene Straße gerast sein.

"Warum können Sie da nicht normal fahren?", wollte Einzelrichterin Birgit Falb von dem Elektriker wissen. "Ich war ganz deppert", räumte er ein. Er sei zu schnell gefahren, auf Eis ausgerutscht und habe laut Falb "mehrere Jungbäume mitgenommen" und sei schließlich an einem Baum "hängen geblieben".

"Es war halt eine blöde Aktion, jugendlicher Leichtsinn", so ein Kollege vor Gericht. "Jeder hatte was getrunken, es war eine lustige Partie", sagte der 33-jährige Zeuge. Er sei nicht böse auf den Angeklagten, ihm gehe es wieder gut, berichtete er.

Anders erging es einem 37-jährigen Arbeitskollegen, der laut Richterin die schwersten Verletzungen aller Beteiligten erlitten habe. Der Mann zog sich u.a. eine schwere Gehirnerschütterung, Platzwunden am Kopf und im Gesicht und Serienrippenbrüche zu. Außerdem habe er unmittelbar danach und als Folge des Unfalls einen Schlaganfall erlitten. "Ich kann nicht mehr schreiben. Arbeiten kann ich auch nicht mehr und ich weiß nicht, ob ich je wieder arbeiten kann. Ich habe gerade gelernt, zu gehen ohne zu wackeln", schilderte der 37-Jährige, der erst vor einer Woche das Spital verlassen konnte und nach wie vor täglich starke Schmerzmittel brauche. Der Mann schloss sich mit einem Betrag von 10.000 Euro an.

Staatsanwältin Verena Strnad beantragte eine tat- und schuldangemessene Bestrafung und meinte mit Blick auf den 37-jährigen Kollegen, er sei "geprägt für sein Leben". Es handle sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt, so die Anklägerin. Der Verteidiger erklärte, dass es unstrittig sei, dass sein Mandant einen Fehler gemacht habe und dieser das auch einsehe, man allerdings die Kirche im Dorf lassen müsse, "ohne das zu bagatellisieren".

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geknickt und geläutert. "Ich bin auch draufgekommen, dass man Autofahren und Alkohol trennen muss", sagte der 25-Jährige, der nach wie vor mit seinen mittlerweile Ex-Kollegen befreundet sei und dem nach dem Unfall der Führerschein für acht Monate abgenommen wurde. Er habe sich bei allen entschuldigt und betonte vor der Urteilsverkündung noch einmal, wie leid es ihm tue und dass dies nie wieder vorkommen werde.

Die Richterin verurteilte den Mann zu sieben Monaten bedingter Freiheitsstrafe sowie einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 6.000 Euro. Außerdem muss er dem 37-jährigen früheren Kollegen 5.000 Euro zahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.