Überfall aus Liebeskummer: 30 Monate. Dreimal tauchte ein 21-Jähriger aus dem NÖ Bezirk Bruck an der Leitha mit einer Softair Pistole in Wettbüros auf. Er wurde in Eisenstadt verurteilt und muss eine Therapie machen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 03. Oktober 2018 (06:46)
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Die Wettlokale fordern rund 4.000 Euro, der Jugendverein 4.900 Euro.Der Angeklagte nahm das Urteil an, der Staatsanwalt bat um Bedenkzeit – das Urteil ist nicht rechtskräftig.
BVZ

Liebeskummer habe ihn in die Depression getrieben, die Depression habe er mit Glücksspiel betäuben wollen. Als das Geld nicht mehr reichte, beging er Raubüberfälle und veruntreute das Guthaben eines gemeinnützigen Vereins.

Das Szenario, das der 21-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Bruck an der Leitha vor dem Schöffensenat am Landesgericht Eisenstadt schilderte, wirkt wie der tragische Plot eines durchschnittlichen Fernseh-Krimis.

Mutter hatte mit Krediten unterstützt

„Ich verspielte mehr, als ich verdiente“, gab der junge Angeklagte zu. Seine Mutter habe ihn mit zwei Krediten unterstützt, er selbst nahm weitere 10.000 Euro auf und suchte um Kredite in der Höhe von 40.000 und 50.000 Euro an.

Im Oktober 2017 hatte er sich überreden lassen, in seiner Heimatgemeinde die Funktion des Obmanns eines Jugendvereins zu übernehmen. Zu Beginn des Jahres 2018 hob er vom Sparbuch des Vereins 3.050 Euro ab, bezahlte damit dringende Rechnungen und verspielte den Rest. Mit einem Trick verschaffte er sich Zugang zum Konto des Vereins und entwendete weitere 2.160 Euro.

Danach begann er mit den Raubüberfällen: Er habe es „mit seinem Gewissen am besten vereinbaren können, dass ich es mir dort zurückhole – unrechtmäßig -, wo ich es verloren habe“. Nämlich im Wettlokal.

Vermummter forderte „Money, Money“

Am 22. März 2018 legte er die vorbereitete Vermummung an, überklebte die Markenbezeichnung seiner Sportschuhe mit silbernem Klebeband und betrat mit einer Airsoft Pistole, die er eine Woche zuvor gekauft hatte, kurz vor Mitternacht ein Admiral Wettlokal in Eisenstadt. Mit den Worten „Money, Money“ und „fast, fast“ forderte er den Angestellten auf, Geld ins mitgebrachte Plastiksackerl zu packen. Beute: 1.350 Euro.

Weil er mit mehr Geld gerechnet hatte, überfiel er eine Woche später wieder das Wettlokal – 1.422 Euro Beute. Ein drittes Mal schlug er in Fürstenfeld (Steiermark) zu. Am 6. April klickten die Handschellen. Der Schöffensenat verurteilte den jungen Mann zu 30 Monaten Freiheitsstrafe, davon 25 Monate auf Bewährung. Er müsse sich einer stationären Therapie unterziehen, um seine Spielsucht zu bewältigen. Sämtlichen Schaden muss er wiedergutmachen.

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