Jugendliche aus dem Bezirk Eisenstadt als Drogenkurier

Süchtige Jugendliche aus dem Bezirk Eisenstadt wurde von Dealern beauftragt, Drogen zu transportieren.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 27. Februar 2019 | 04:06
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Gericht Eisenstadt Justizzentrum Eisenstadt Burgenland Prozess Urteil Symbolbild
Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner

Eine mittlerweile 19-jährige Frau aus dem Bezirk Eisenstadt musste sich vorige Woche wegen mehrerer Delikte vor Richterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

Seit drei Jahren regelmäßiger Crystal Meth-Konsum

„Ich kiffe, seit ich 13 bin“, hatte die Angeklagte vor der Polizei ausgesagt. Sie sei durch eine Freundin in die Drogenabhängigkeit gerutscht, habe Cannabis, Heroin, Kokain und Amphetamin konsumiert und nehme seit drei Jahren regelmäßig Pico, das sogenannte Crystal Meth.

„Glauben Sie, dass Ihnen das gut tut?“, fragte die Richterin. „Nein“, antwortete die Angeklagte. „Warum nehmen Sie es?“, hakte die Richterin nach. „Weil ich es gewohnt bin“, antwortete die Angeklagte.

Sie gab zu, nicht nur selbst Suchtgift konsumiert zu haben, sondern zumindest bis 2016 im Drogengeschäft tätig gewesen zu sein.

„Ich wurde von Dealern beauftragt, Drogen nach Wien und St. Pölten zu transportieren“, berichtete die Angeklagte.

Die Drogen seien in einer Tasche verpackt gewesen, diese musste sie zu einem bestimmten Ort bringen und vom Empfänger den Betrag fürs Suchtgift kassieren.

„Ein kleiner Teil des Geldes war für mich“

„Ein kleiner Teil des Geldes war für mich, den größeren Teil musste ich an den Dealer abgeben“, berichtete die junge Frau. Insgesamt habe sie 2.000 bis 3.000 Euro mit dieser Tätigkeit verdient. „Weil es eine heikle Arbeit war“, so die Angeklagte. Nach Eisenstadt habe sie nie Drogen gebracht.

Vorgeworfen wurde ihr auch Widerstand gegen die Staatsgewalt, der sich im Februar 2016 ereignet hatte. Damals hätte sie von der Polizei zum Amtsarzt vorgeführt werden sollen. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die Vorführung und in weiterer Folge auch gegen die Festnahme.

„Ich weiß, dass ich ausgerastet bin“, sagte die Angeklagte. Sie sei damals außer sich geraten, weil sie ein Foto ihres damaligen Freundes mit einer anderen Frau gesehen habe.

„Meine Tochter hat eine Impulskontrollstörung“, berichtete die Mutter der Angeklagten. „Da ist es egal, ob es die Exekutive, ihre Mutter oder eine Mauer ist, da fällt ein Schalter um und alles ist anders.“

Der Verteidiger verwies auf die schwierige Vergangenheit seiner Mandantin.

Die junge Frau wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem erhielt sie die Weisung, sich einem Drogenentzug zu unterziehen. Unterstützt wird sie von einer Bewährungshelferin.

Mit den Worten „Das passt. Ist in Ordnung“, nahm die Angeklagte das Urteil an.