Robert Wieger ist BFV-Vizepräsident. Der Breitenbrunner setzte sich glatt gegen Ernst Gangl durch, der einen Rücktritt vom Rücktritt angepeilt hatte.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 25. Januar 2017 (02:09)
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Gruppe Nord-Obmann Joachim Wild war einer der ersten Gratulanten von Robert Wieger, der sich bei der Wahl zum BFV-Vizepräsidenten gegen Ernst Gangl durchsetzte.
Ivansich

Im Rahmen der Gruppensitzung Nord wurde am vergangenen Samstag in Winden der Vizepräsident des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) aus der Gruppe Nord gewählt. Zuletzt waren mit Konrad Renner (Gruppe Süd) und Gerald Hüller (Gruppe Mitte) nur zwei der drei vorgesehenen Stellvertreter von BFV-Präsident Gerhard Milletich aktiv. Der Grund: Ernst Gangl trat Ende Oktober von seinem Amt zurück.

Der BFV-Vorstand schlug den Breitenbrunner Robert Wieger als Kandidat für diese Position vor. Der ehemalige Obmann der Gruppe Nord trat vor rund einem Jahr als Kandidat für das Amt des Ligaobmanns an, unterlag damals aber Josef Pekovics. Seitdem war er nicht mehr als BFV-Funktionär aktiv.

Lange war Wieger auch der einzige Anwärter – bis sich dann kurz vor der Wahl Ernst Gangl, der vor wenigen Monaten zurücktrat, pikanterweise abermals für das Amt zur Verfügung stellte und ein Comeback anpeilte. „Mehrere Vereine sind an mich herangetreten und haben mich gebeten, doch noch einmal für den Vizepräsidenten zu kandidieren“, begründete der Illmitzer seinen Entschluss, einen Rücktritt vom Rücktritt zu machen.

Aus 24 Unterstützern wurden 12 Stimmen

In einem Brief wandte sich Gangl im Vorfeld der Wahl an die Vereine. Dabei kritisierte er in mehreren Punkten den Verband und im Speziellen den ehemaligen BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl, der laut Gangl den BFV als „Selbstbedienungsladen für sich“ benutzt habe. BFV-Schriftführer Sepp Bauer, der mit der Prüfung der Causa beauftragt worden war, stellte klar: „Bis auf einen Punkt, der nicht ganz geklärt wurde, stimmen die Vorwürfe nicht.“

Und auch Verbands-Präsident Gerhard Milletich wandte sich an das versammelte Publikum – und kritisierte wiederum seinerseits Ex-Vize Gangl für dessen Vorgehensweise.

Weil Gangl vom BFV nicht als Kandidat vorgeschlagen wurde, benötigte er übrigens Unterstützungerklärungen der Vereine. Insgesamt erklärten sich letztlich 24 Klubs dazu.

Die Ausgangslage für die Wahl schien demnach ein knappes Resultat zu versprechen. Das Ergebnis war es dann nicht. Mit 35:12 Stimmen setzte sich Robert Wieger klar durch, der sich danach davon geehrt fühlte: „So eindeutig hätte ich es gar nicht erwartet. Ich bedanke mich für das große Vertrauen und freue mich auf meine Aufgabe. Ich glaube, dass es einiges zu tun gibt. Die Ligareform, die Reserve-Teams und der Nachwuchs sind die wichtigsten Themen, denen ich mich widmen werde“, meinte der Neo-BFV-Vizepräsident.

„Will mit niemandem Krieg führen“

Dass letztlich nur 12 der 24 „Unterstützer“ bei der geheimen Wahl Gangl die Stimme gaben, verwunderte diesen nicht: „Das ist wohl auch parteipolitisch zu begründen. Da kann ich den Funktionären nicht böse sein. Mich ärgert mehr, dass man mit Lügen weiterkommt, als mit Ehrlichkeit.“

Zum Abschluss zeigte sich Gangl aber als fairer Wahl-Verlierer: „Ich gratuliere Robert Wieger zur Wahl. Ich habe meine Standpunkte klar gemacht, Krieg will ich aber mit niemandem führen.“ Das wird auch wichtig sein – nur so kann auf Sicht gesehen wieder Ruhe im Fußballverband einkehren.