Siegendorfer Autodidakt: Vom Gartenplaner zum „RuBenc“

Erstellt am 28. Mai 2022 | 04:26
Lesezeit: 3 Min
Rudolf Benczak - Siegendorfer Autodidakt: Vom Gartenplaner zum „RuBenc“
Befreiend: Nach dem „Erfüllen-Müssen von Anforderungen“ im Berufsalltag ist das Malen in der Pension für Rudolf Benczak „ein gewisser Luxus.“
Foto: zVg Maria Benczak
Nach über 40 Jahren hat der frühere Siegendorfer Firmenchef Rudolf Benczak die Malerei wiederentdeckt. Bisheriges Highlight: seine kürzliche erste Vernissage.
Werbung

„Ich habe schon in der Schule gerne gemalt“, erinnert sich der 66-Jährige: „Dann stand aber die Berufsausbildung im Vordergrund, abgesehen von einigen Ölbildern war’s das damals. Und als ich mich 1978 schließlich selbständig machte, war neben Betrieb und Familie einfach keine Zeit für etwas anderes.“

Mit dem Verkauf von „Benczak Gartencreation“ im Jahr 2018 und der folgenden Corona-Zeit habe sich aber „ein Fenster geöffnet“, es mit dem Malen neuerlich zu versuchen.

„Eigentlich wäre hier ja ein Fitnessraum für mich geplant gewesen, aber mein Gott...“ Gattin Maria nimmt das neue Atelier gelassen

„Ich bin mit einem kleinen Bild und einem Porträt unserer Enkeltochter wieder eingestiegen und habe mir gedacht, ,es geht ja doch noch recht gut‘“, schildert der Künstler im BVZ-Gespräch schmunzelnd: „Innerhalb von eineinhalb Jahren habe ich rund 140 Bilder gemalt – ohne Druck, in aller Ruhe, nur aus Freude an der Sache.“ Die Bilder kamen im Familien- und Freundeskreis an, es folgten auch Auftragsarbeiten.

Sein Atelier hat sich der zweifache Vater und Großvater im ausgebauten Dachboden des Wohnhauses eingerichtet. „Eigentlich wäre hier ja ein Fitnessraum für mich geplant gewesen, aber mein Gott...“, nimmt es Gattin Maria gelassen. Die gelernte Floristenmeisterin und ihr „Rudi“ waren bereits im Betrieb ein eingespieltes Team, für ihn ist sie auch jetzt „die beste Kritikerin.“

Zwischen seinem früheren Beruf und seiner jetzigen Leidenschaft sieht Benczak übrigens durchaus Parallelen: „Zum einen ist es die Vorstellungskraft, im Großen wie auch im Detail zu denken. Und zum anderen sind Farben und Formen wichtig in beiden Welten.“

Der Autodidakt – „ich habe einfach Malfarben gekauft und angefangen“ – hat sich bisher auf keine Stilrichtung festgelegt: „Sehr vieles ist experimentell, Öl, Wasserlack, Acryl, gegenständlich, abstrakt, - ich lote noch aus, wo ich hin möchte.“

Der Wunsch einer ersten Vernissage konnte kürzlich unter „RuBenc malt“ im Siegendorfer Kulturzentrum verwirklicht werden. „Es geht einem natürlich auch darum abzuschätzen, wie man ankommt“, räumt Benczak ein, – was ihn besonders freut: „44 Jahre nach der Entstehung wurde jetzt auch mein erstes Bild, das einer Distel, verkauft.“ Sein Traum: „Weiter ausstellen zu können – schauen wir einmal.“

Werbung