Eisenstadts Gastro-„Little Italy“ wird kleiner

„Sandro“ schließt seinen Panini-Imbiss, mit der BVZ sprach er über Italien, Kebap, Autos und seine berufliche Zukunft.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 20. November 2019 | 05:17
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„Ich bedanke mich bei allen treuen Gästen, die Qualität zu schätzen wussten“, Alessandro Nespolo kam aus Venedig über Deutschland nach Eisenstadt, er muss sein „Localino“ schließen.  Foto: Wagentristl
Foto: Markus Wagentristl

„Wir Italiener fahren lieber ein kleines Auto, geben dafür aber ein bisschen mehr für ein schönes Essen aus. In Eisenstadt ist es ein wenig anders: Teure Autos und teure Handys sind für den Status wichtiger als das Essen. Daher fährt man öfter mal zum Kebap- und Pizza-Imbiss.“ Alessandro „Sandro“ Nespolo tut es sichtlich weh, das Fast-Food seiner Konkurrenz „Pizza“ zu nennen.

Letztendlich war sie aber doch ausschlaggebend dafür, dass das „Localino“ zusperrt: Der Umsatz blieb aus, die Billig-Konkurrenz war zu stark. „Ich hätte auch Abstriche bei der Qualität machen und industriell verarbeitete, geschmacksverstärkte Lebensmittel verkaufen können. Aber das bin nicht ich.“

Für Sandro ist eben Essen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern eine Lebenseinstellung. Und damit ein Gesundheits-Faktor: „Hast du schon einmal einen Fast-Food-Hamburger ein paar Wochen stehen lassen? Der schaut danach immer noch so aus wie vorher! Da stimmt doch was nicht!“, ist Sandro überzeugt.

Mit Jahresende schließt er nach zwei Jahren den Imbiss in „Little Italy“ (in der Markhl-Gasse ist bereits das Eisgeschäft seines Bruders und ein italienischer Delikatessen-Markt). Er kehrt der Gastronomie vorerst den Rücken und will in Eisenstadt im Sozialbereich arbeiten.