Oggauer Kindergarten-Mauer als Politikum

Im Oggauer Kindergarten wird bereits seit Jahren über eine Mauer und angeblichen Schimmelgeruch gestritten. Bürgermeister weist Kritik der Opposition zurück.

Erstellt am 29. Februar 2020 | 05:57
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Es scheint eine unendliche Geschichte zu sein: Der Streit um die Mauer im Oggauer Kindergarten. Bereits vor knapp einem halben Jahr wurde im Gemeinderat beschlossen, Gutachten über Feuchtigkeit und Schimmel in der Wand erstellen zu lassen. Das erste, betreffend der feuchten Wand, erging bereits im Vorjahr. Nachdem das Gutachten ergeben hatte, dass eine Trockenlegung notwendig war, ließ Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ) diese umgehend durchführen.

„Das Problem gibt es bereits seit etwa 15 Jahren“

Kritik hagelt es dennoch von allen drei Oppostionsparteien: Das zweite Gutachten, jenes über mögliche Schimmelbelastung im Gemäuer, wurde bereits durchgeführt — ist aber noch nicht ausgewertet. Bei der Sitzung im Dezember hieß es, Mitte Jänner solle bereits ein Ergebnis feststehen.

Dass dieses noch nicht bekannt ist, stößt der Opposition sauer auf. „Ich kann es leider auch nicht ändern. Ich warte noch auf die Auswertung, in den nächsten Wochen sollte das Ergebnis kommen“, entgegnet Schmid seinen Kritikern. Dem Gutachten wolle er nicht vorgreifen, „wenn es positiv ist, müssen wir uns aber etwas überlegen. Dann müsste man sich zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen.“ Und Schmid kontert: „Überall mitstimmen und im Nachhinein aufregen — das geht gar nicht.“

Vize-Bürgermeister Peter Eibl (ÖVP) hat wegen der Verzögerung bereits „vor etwa drei Wochen“ die zuständigen Stellen bei der Bezirkshauptmannschaft und im Land kontaktiert, da seiner Ansicht nach zu wenig geschehen. Dort habe er als Antwort bekommen, „dass man Kontakt mit der Gemeinde aufgenommen hat. Mehr nicht. Das Problem gibt es aber bereits seit etwa 15 Jahren, damals wurden die Fenster neu gemacht“, so Eibl. Seine Fraktion wolle nun aber zuwarten, was das mittlerweile durchgeführte Schimmel-Gutachten ergibt.

Freie Bürgerliste fordert Neubau statt Sanierung

Die Freie Bürgerliste (FBL) geht gleich mehrere Schritte weiter und fordert einen Neubau des Kindergartens: „Wir können nicht jedes Jahr sanieren, das macht keinen Sinn. Ich spreche mich schon seit langem für einen neuen Kindergarten aus“, erklärt Gemeinderat Sepp Graßl. Bürgermeister Thomas Schmid kann dem Vorschlag nichts abgewinnen: „Dafür ist definitiv kein Geld da.“ Zudem bescheinigt das erste Gutachten dem Kindergarten einen guten Zustand der Bausubstanz.

Am schärfsten fällt jedoch dieKritik der FPÖ aus: „Wenn das Gutachten ergibt, dass Gesundheitsgefahr für die Kinder besteht, dann Gnade ihm Gott!“, schimpft Gemeinderat Christian Eissner. Man wolle nicht „mit Artillerie auf Spatzen schießen“, aber die FPÖ behalte sich dennoch rechtliche Schritte vor, „sollte in den nächsten Wochen noch immer kein Ergebnis am Tisch liegen.“