Tojner will Geld vom Land

Erstellt am 06. März 2022 | 05:38
Lesezeit: 3 Min
Justizanstalt Eisenstadt
Justizanstalt Eisenstadt
Foto: Fotodienst/Peter Reiterits
Zivilprozess: Nebenschauplatz zu Ermittlungen in Sachen gemeinnützige Wohnbaugesellschaften.
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In der Causa um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Wohnbaugesellschaften Pannonia, Riedenhof und Gesfö ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Immobilieninvestor Michael Tojner und anderen Verdächtigen wird strafbares Verhalten im Zusammenhang mit der Umwandlung der drei Wohnbaugesellschaften in nicht-gemeinnützige Organisationen vorgeworfen. Dem Land Burgenland soll durch zu gering angesetzte Abschlagszahlungen ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.

An anderer Front, nämlich vor dem Zivilgericht, wird bereits verhandelt. Michael Tojner hatte das Land Burgenland auf Schadenersatz geklagt, weil dieses vorab die Medien über die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe informiert habe.

420.000 Euro habe er für Gutachter, Anwälte und die Arbeit von PR-Experten bezahlen müssen, um seine Reputation zu retten. Dieses Geld will der Investor vom Land zurück.

In der Vorwoche wurden dazu Zeugen befragt.

Anwalt Werner Dax, Rechtsvertreter des Landes, war nicht von der anwaltschaftlichen Verschwiegenheitspflicht entbunden worden und konnte kaum Fragen beantworten.

Zu erfahren war nur, dass die Kanzlei Dax eine Beratungsgesellschaft mit der medialen Begleitung „in dieser Rechtssache“ beauftragt hatte.

Ergiebiger war die Befragung eines 51-jährigen Kommunikationsberaters aus dem Mittelburgenland.

Bei Tojners Immobiliengesellschaft Wertinvest sei am 17. Jänner 2019 die Anfrage einer Journalistin eingetroffen, die er, so der PR-Berater, als „klares Indiz“ werte, „dass ein PR-Hinterhalt im Anrollen war“.

„Was verstehen Sie darunter?“, wollte Richter Lukas Belza wissen.

„Aus allen Richtungen

wird gefeuert...“

„Man zieht mit seiner Truppe in den Wald und plötzlich wird aus allen Richtungen auf einen gefeuert“, antwortete der PR-Berater.

Medienvertreter seien „augenscheinlich konzertiert und orchestriert“ über ein Vorhaben informiert worden, „mit dem Ziel, die Deutungshoheit zu erlangen und der Gegenseite möglichst wenig Gelegenheit zu geben, die Stellungen des Gegners zu orten und dagegen vorzugehen“, sagte der Zeuge.

Mit dem „Hinterhalt“ sei es „gelungen, den Herrn Tojner in die Nähe eines Kriminellen zu schieben.“ Noch heute arbeite seine Agentur daran, den für seinen Auftraggeber entstanden Reputationsschaden zu kompensieren. Der Zivilprozess wurde vertagt.

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