Kieferbruch am Kirtag: 27-Jähriger vor Gericht. Handgreiflich geworden – 27-Jähriger attackierte Mitarbeiter des Organisationsteams. Diversion vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 24. Oktober 2018 (11:38)
Werner Müllner
Das Justizzentrum Eisenstadt.

Bei einem Kirtagsfest im Bezirk Eisenstadt hatte ein 27-jähriger Besucher am 25. Juni 2018 seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle: Weil er mit einem anderen Gast nicht mehr zurück in die Event-Halle durfte, ging er auf einen 40-jährigen Mann los, der jenem Verein angehört, der das Kirtagsfest veranstaltete.

„Sie waren beide der Halle verwiesen worden“, berichtete der 40-Jährige als Zeuge. Der 27-Jährige sei zuvor bereits in eine Rauferei verwickelt gewesen.

Er habe den Begleiter des Angeklagten vom Eingang weggestoßen, da habe er von dem 27-Jährigen einen Schlag bekommen.

„Ich habe noch nie gesehen, dass ein Mann das Bein so weit heben und so stark zutreten kann“, wunderte sich die Gattin des Opfers, die als Zeugin befragt wurde. Der Angeklagte habe ihren Mann mit dem Fuß ins Gesicht getreten. Andere Zeugen sprachen vor der Polizei von einem Schlag mit der Hand.

Der 40-Jährige erlitt einen verschobenen Kieferbruch und musste operiert werden. Einige Zeit später lockerte sich in Folge des Fußtrittes ein Zahn und der Mann musste ein weiteres Mal eine Operation über sich ergehen lassen.

Trotz dieser Qualen und mehrwöchiger Krankenstände verzichtete er im Gerichtssaal auf Schmerzensgeld: Er wolle den Angeklagten nicht belasten, so der 40-Jährige.

Der Kirtagsraufer selbst gab an, sich an die Ereignisse des Abends kaum mehr zu erinnern. Er habe bereits um 9 Uhr am Vormittag begonnen, Alkohol zu konsumieren, und sei um Mitternacht, als sich der Vorfall ereignete, stark betrunken gewesen. Er könne aber nicht ausschließen, dass er den 40-Jährigen schwer verletzt habe.

Auf Antrag seines Verteidigers bot die Richterin dem Angeklagten eine Diversion an: Wenn er 400 Euro Geldbuße und 150 Euro an Pauschalkosten für den Prozess bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.

„Es wäre wichtig, dass Sie nicht so viel trinken, damit so etwas nicht mehr passiert“, gab die Richterin dem Mann mit auf den Weg. Die Verletzung sei „wirklich schwer“ gewesen, ohne Diversion hätte dem Täter eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft gedroht.