Eisenstädter Wolfgarten-Gymnasiasten in Amerika. Die siebente Klasse des Gymnasiums verbrachte zwei Wochen in den USA. Der BVZ erzählte sie über die dortige Umweltverschmutzung und Unbildung, aber auch Offenheit.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 02. Dezember 2019 (17:53)

Es wirkt fast so, als wäre eine Gruppe Jugendlicher nach Amerika aufgebrochen und als Erwachsene wieder heimgekehrt.

Immer noch liegt der jugendliche Elan in der Stimme von Laurenz, Michael, Elisa, David und Anna, als sie der BVZ von ihrem zweiwöchigen Schulausflug in die USA erzählen. Der hatte die Schüler der siebenten Klasse des Gymnasiums der Diözese („Wolfgarten“) zwei Wochen lang nach Florida und New York geführt.

Richtig erwachsen ist aber bereits, welche Gedanken sich die jungen Menschen über die Welt in den USA und hier im Burgenland machen.

„Dort ist echt alles so wie in den Filmen“, sind sich die Jugendlichen einig. Überhaupt scheinen viele Vorurteile über die USA zu stimmen. Wie war das Essen? „Fettig!“, lachen alle. „Ich habe mich beim Heimkommen richtig auf einen gesunden Salat von der Mama gefreut“, wundert sich David fast ein bisschen über sich selbst.

Nicht umweltbewusst, aber nett und offen

Laurenz erzählt, dass seine Gastfamilie beim Abendessen Papierteller und Plastik-Geschirr aufgedeckt haben („Ist das eine Geburtstagsparty oder was?“), die nach dem Essen einfach weggeschmissen wurden. „Das Umweltbewusstsein können die Amerikaner schon von uns lernen“, so die Jugendlichen unisono. Auch was das Autofahren betrifft. Michael wurde täglich über eine Stunde in die Schule geführt, ein anderer Klassenkollege sogar fast zwei. In den USA scheinbar eine völlig normale Distanz (David: „Die fahren einfach gern.“).

„Habt ihr auch Sonnenuntergänge?“

Was kein besonders hohes Ansehen genießt, ist die Allgemeinbildung (Anna: „Ich habe fast nie jemanden lernen sehen.“). In der High School herrsche keine Disziplin im Unterricht und das, so die Schüler, merke man im Gespräch schnell. Anna erzählt, immer noch fassungslos, dass sie nicht nur nach den üblichen Verwechslungen gefragt wurde (Kängurus?), sondern auch, ob wir in Europa Elektrizität oder Sonnenaufgänge hätten. Ein höheres Ansehen genießen Sport und Musik. Die ganze Klasse habe mitgemacht, als sie der Walzer vorgezeigt und Volkslieder gesungen wurden.

Spaltet Donald Trump die US- Gesellschaft merklich? Die Schüler denken kurz nach, sind sich dann aber einig: Nein, dafür sei das Interesse an Politik ist zu gering. So hat Michael zwar bei einem Trump-Wähler gewohnt, Gespräche über Politik seien aber „ganz normal“ verlaufen. Mit der Religion ist es da schon strenger, David saß mit seiner Gastfamilie drei Stunden lang in der Kirche. „Aber das war entspannt, man konnte immer aufstehen und sich Kaffee und Kuchen holen.“

Was kann Österreich von den USA lernen? Auch da sind sich die Schüler einig: die Offenheit! Im Einwanderungsland USA definiert man sich mehr über seine Hobbies und Kultur, als über die Hautfarbe.